Wildbiene

Bienenkalender

Bienenkalender, Cover 2022

Mit unserem Bienenkalender lernen Sie Monat für Monat eine heimische Wildbienenart kennen. Sie haben den Kalenderverkauf verpasst? Kein Problem! Auf dieser Seite finden Sie ab sofort die monatlichen Portraits. 

Allein in Deutschland gibt es über 500 Arten von Wildbienen. Hummeln gehören dazu, ebenso Masken-, Mauer- und Seidenbienen. Sie brauchen Nektar- und Pollenpflanzen wie Blut-Weiderich, Thymian, Margerite und Natternkopf, um sich zu ernähren. Einige Bienen sind sogar sehr wählerisch. 

Wenn Ihnen die Portraits gefallen, machen Sie sich schon jetzt eine Bestell-Notiz. Wir planen auch für das Jahr 2023 einen Bienenkalender. Mit Ihrem Kauf unterstützen Sie den Bienenschutz.

Lernen Sie im Laufe des Jahres 12 Wildbienenarten kennen!

Wildbienen-Wandkalender 2022

August 2022: Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella)

Bienenkalender, August 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Ihre großen Mundwerkzeuge lassen es bereits erahnen ... diese Biene hat Biss. Wenn sich keine passenden Hohlräume finden, nagt sie sich diese einfach selbst. Zum Ausstaffieren ihrer Brutzellen beißt sie runde und ovale Stücke aus Laubblättern von Wildrosen, Birken, Eichen oder Hainbuchen. Auch für den Nestverschluss verbaut sie Blattstückchen. Diese stopft sie zusammen mit abgenagten Holzspänen in den Nesteingang, um die Kinderstube vor Eindringlingen zu schützen.

Der in das Nest eingetragene Pollenvorrat für ihre Nachkommen stammt von bis zu sechs unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Am liebsten fliegt sie auf Schmetterlingsblütler, wo wir besonders die patrouillierenden Männchen beobachten können. Diese erkennen wir leicht an ihren breiten weißen Vor­derbeinen, die wie gefranste Fäustlinge aussehen.

Juli 2022: Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)

Bienenkalender, Juli 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Bienenart ist besonders. Die Männchen sind nämlich größer als die Weibchen. Doch nicht nur das, die Männchen sind auch „echte Platzhirsche” – sie zeigen Revierverhalten. Mit Dornen am Hinterleib stoßen sie jeden Konkurrenten um Nahrung und Weibchen aus ihrem Revier. Selbst die riesigen Blauschwarzen Holzbienen müssen weichen. Die Männchen lassen keinen Zweifel aufkommen, wer hier seinen Claim abgesteckt hat!

Für den Nestbau sammeln die Weibchen Pflanzenhaare. Mit den Beißwerkzeugen schaben sie die Härchen von der Staude, formen sie zu einer Kugel und fliegen damit zum Nest. Ihre Brut versorgen sie gern mit Pollen von Ziest, Salbei und Herzgespann. Den Pollen nehmen sie mit ihrer Bauchbürste auf. Wer Wollziest (Stachys byzantina) im Garten hat, kann sich oft über diese auffällige Biene freuen und ihre ausgefallene Lebensweise hautnah beobachten.

Juni 2022: Zweihöckrige Mauerbiene (Osmia leaiana)

Bienenkalender, Juni 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Mauerbiene ist eine Solokünstlerin. Die seltene Biene hat zwei höckerartige Fortsätze auf dem Kopf und eine fuchsrote Bauchbürste. Die Männchen fallen durch ihre grünen Augen auf. Die emsigen Bienchen sind auf Korbblütler spezialisiert. Die Weibchen pudern ihre Sammelbürsten am Bauch besonders gern mit dem Pollen von Distel, Wegwarte und Flockenblume ein.

Diese Bienenart können wir erfolgreich mit künstlichen Nisthilfen fördern, denn sie mag oberirdische Hohlräume. Saubere Lochbohrungen in Holz oder Bambusröhrchen mit einem Durchmesser von 5 Millimetern sind ideal für die Bauchsammlerin. Die Trennwände der Brutzellen und den Nestverschluss fertigt sie aus zerkauten Blattstückchen.

Mai 2022: Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Bienenkalender, Mai 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Sie sind die „Zeppeline” unter den Wildbienen. Schon früh im Jahr suchen diese großen Bienen nach Nektarquellen und einem Partner für die Paarung. Bei ihnen überwintern nämlich auch die Männchen.

Für den Nestbau brauchen die Holzbienenweibchen mürbes Holz: Pfähle, Balken oder dicke Äste. Das Holz von Apfel, Kirsche, Kastanie und Weide kommt bei den fetten Brummern besonders gut an. In zwei Stunden zernagen die Weibchen bis zu einen Zentimeter Holz. Die Holzspäne werden mit Speichel und Nektar vermischt und zu Trennwänden der Brutzellen verbaut.

Diese Bienenart hat eine Vorliebe für Raublattgewächse, Schmetterlings-, Lippen- und Korbblütler. Wer Muskatellasalbei pflanzt, „bucht” gleich die Holzbiene mit. Als wärmeliebende Art profitiert sie von der Klimaerwärmung und überwintert mittlerweile auch im Norden Deutschlands.

April 2022: Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

Bienenkalender, April 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Bienenart bildet Mini-Staaten aus bis zu ca. 15 Tieren und organisiert sich wie Honigbienen und Hummeln mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Begattete Weibchen überwintern gemeinsam in ihrem Geburtsnest. Das vitalste Weibchen wird zur Königin und übernimmt im Frühling die Rolle der Eierlegerin. Die Königinnenschwestern errichten Brutzellen und sammeln Pollen. Die kleinen Gemeinschaften arbeiten strikt nach Arbeitsteilung.

Sie fliegen gerne auf Korbblütler. Ist die Versorgung der Brut gesichert, werden die Königinnenschwestern aus ihren Diensten entlassen. Ihnen wird der Zugang zum Nest durch die Königin verwehrt. Die Verstoßenen graben sich nun entweder eigene Nistgänge oder besetzen fremde Nester, auch von anderen Bienenarten. Ab Ende Juni schlüpfen die Männchen und Weibchen der neuen Generation. Die begatteten Weibchen überwintern wiederum gemeinsam in einem Erdnest und der Zyklus beginnt von neuem.

März 2022: Fuchsrote Lockensandbiene (Andrena fulva)

Bienenkalender, März 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese auffällige Wildbienenart ist bereits früh im Jahr unterwegs. Wer so früh fliegt, darf nicht wählerisch bei der Nahrungswahl sein. Diese Generalistin nimmt alles, was sie kriegen kann: An 13 Pflanzenfamilien sammeln die emsigen Weibchen ihre Pollenvorräte. Besonders begehrt sind Kreuzblütler wie Raps, Weiden oder Rosengewächse. Wo Weißdorn, Süßkirsche, Zwergmispel, Johannis- und Stachelbeeren blühen, sammelt sie eifrig Nahrung für ihre Brut.

Nach getaner Arbeit ruhen sich die Weibchen auf den Blättern der Beerensträucher aus. Die Männchen patrouillieren recht zügig um diese Sträucher und Erdnester herum, immer auf der Suche nach einem Fortpflanzungspartner. Mit einigen Beerensträuchern und offenen Bodenstellen stehen die Chancen gut, die Fuchsrote Lockensandbiene auch im eigenen Garten beobachten zu können.

Februar 2022: Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea)

Bienenkalender, Februar 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Wie die meisten Bienenarten nistet die Auen-Schenkelbiene im Boden. Ihre Nester besitzen einen Hauptgang und mindestens zwei Seitengänge, an deren Enden sie ihre Brutzellen baut. Für diese sammeln die Bienen wasserabweisende Blumenöle. Die Öle sind Teil der Brutnahrung und werden auch zum Imprägnieren der Brutzellen verwendet.

Diesen speziellen Futterzusatz und Baustoff findet die Auen-Schenkelbiene ausschließlich an der Pflanzengattung Gilbweiderich (Lysimachia). Die Weibchen fliegen mit dicken Pollenhöschen zumeist auf den Gewöhnlichen Gilbweiderich und bisweilen auf den Punkt-Gilbweiderich, um Öl und Pollen zu sammeln. Ölpflanzen bieten jedoch keinen Nektar. Daher ist die Schenkelbiene auf Nektarquellen in unmittelbarer Umgebung ihrer Erdnester angewiesen! Hier sammelt sie gern an typischen Pflanzen der Ufer- und Hochstaudenfluren wie Blutweiderich, Sumpf-Storchschnabel oder Sumpf-Kratzdistel. Nektar dient vor allem als „Flugbenzin”.

Januar 2022: Große Zottelbiene (Panurgus banksianus)

Bienenkalender, Januar 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Die schwarzen Bienen mit der struppigen Behaarung an den Hinterbeinen sind wahre Feinschmecker. Wir finden sie meist vormittags in den Blütenköpfchen von Korbblütlern beim Sammeln von Pollen. Genau genommen liebt diese Biene Zungenblütler und fliegt gern auf das Gewöhnliche Bitterkraut, Wegwarte, Löwenzahn und Habichtskräuter.

In Deutschland sind nur drei Arten der Zottelbienen bekannt. Weltweit finden sich auch nur 40 Arten dieser Nahrungsspezialisten. Die Große Zottelbiene hält noch eine weitere Besonderheit bereit: Für ihr Nest gibt es nämlich zwei Eingänge. Der echte Eingang, welcher zu den Brutzellen führt, ist eher unauffällig. Der Pseudo-Nesteingang hingegen präsentiert sich durch einen auffälligen Auswurfhügel. Damit versucht die Große Zottelbiene vermutlich, ihren Brutparasiten, die Ähnliche Wespenbiene, zu täuschen.

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