Spende

Bienenkalender

Wildbienenkalender 2023: Cover
© Roland Günter & Stiftung für Mensch und Umwelt

Mit unserem Bienenkalender lernen Sie Monat für Monat eine heimische Wildbienenart kennen. Sie haben den Kalenderverkauf verpasst? Kein Problem! Auf dieser Seite finden Sie ab sofort die monatlichen Portraits.

Allein in Deutschland gibt es über 550 Arten von Wildbienen. Hummeln gehören dazu, ebenso Masken-, Mauer- und Seidenbienen. Sie brauchen Nektar- und Pollenpflanzen wie Blut-Weiderich, Thymian, Margerite und Natternkopf, um sich zu ernähren. Einige Bienen sind sogar sehr wählerisch.

Wildbienen-Wandkalender 2023

Eckdaten:

  • Format: DIN A3, quer
  • Bindung: Ringbindung
  • Kosten: 23,00 Euro (brutto) bzw. 19,33 Euro (netto); zzgl. 5,90 Euro (inkl. 19 % MwSt.) für den Versand (Ein Paket fasst bis zu 3 Kalender, ab dem 4., 7., 10. usw. Kalender fallen jeweils weitere 5,90 Euro Versand an).
  • Bezahlung: Kauf auf Rechnung

Wildbienen-Wandkalender 2022

Dezember 2022: Rote Maskenbiene (Hylaeus variegatus)

Bienenkalender, Dezember 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese kleine Bienenart ist einfach ungewöhnlich. Sie bedient sich einer besonderen Sammelmethode. Bei ihren Sammelflügen scheinen diese Insekten nicht von Blüte zu Blüte zu fliegen, sondern sich eher hüpfend fortzubewegen.

Der Blütenpollen von Wilder Möhre, Wiesen-Schafgarbe, Berg-Sandglöckchen oder anderen Blühpflanzen wird nicht mit Borsten aufgelesen, denn diese Biene ist unbehaart. Vielmehr schluckt sie den Pollen einfach herunter. Im Nest angekommen spuckt sie ihn dann wieder aus.

Überhaupt spart sich diese Biene den Aufwand, ein eigenes Nest zu graben. Sie nutzt alte Erdnester von Schmal- und Furchenbienen. Dort baut sie ihre Brutzellen aus körpereigenen Sekreten. Jede Zelle muss befüllt werden, und dafür hat sie eine besondere Strategie.

Sie erkennen das Weibchen dieser Art am weinroten Hinterleib, der Rest ist schwarz. Die Männchen der 37 in Deutschland heimischen Maskenbienenarten tragen übrigens alle unterschiedliche weiße Masken, sehen Sie mal genau hin!

November 2022: Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum)

Bienenkalender, November 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Die Kleine Harzbiene gehört zu einer Handvoll Wildbienenarten, die weder in Hohlräumen noch in der Erde nisten. Diese Biene errichtet ihre Nester mutig im Freien, an der Südseite von Steinen, Baumstämmen oder Pflanzenstängeln. Für den Bau verwendet sie kleine Steinchen und Baumharz, meist Kiefernharze. Um das Nest gut zu tarnen, durchsetzt sie die amphorenförmigen Gebilde mit kleinen Rindenstückchen. Eine schmale Nestöffnung dient der Belüftung ihrer Kinderstube. Die Freibauten bestehen oft aus bis zu 13 tropfenförmigen Brutzellen.

Mit ihrem schwarzgelben Hinterleib ähnelt sie der weitverbreiteten und viel größeren Garten-Wollbiene. Manch einer verwechselt sie mit einer kleinen Wespe. Den Pollen sammelt die Harzbiene an acht unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Unwiderstehlich anziehend für sie scheint dabei der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus) zu sein.

Oktober 2022: Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae)

Bienenkalender, Oktober 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Die Wissenschaft hat dieser Biene erst Anfang der 1990-er Jahre einen Namen verpasst und sie als eigene Art anerkannt. Denn erst dann wurde klar, dass diese späte Summerin besonders auf den Pollen des Gewöhnlichen Efeus spezialisiert ist. Das unterscheidet sie von anderen Seidenbienen. Sie ist zwar in der Lage, umzusatteln, wenn die Jungbienen mal schlüpfen, bevor der Efeu blüht. Dann weichen sie auf Heidekraut, Goldrute oder auch Habichtskraut aus. Sobald die Efeublüte einsetzt, sammelt sie aber nur noch dort!

Das kräftige Insekt gräbt bis zu 60 (!) cm tiefe Gänge in sandige Böden. Hier entstehen dann maximal sechs Brutzellen. Die Zellwände ihrer Kinderstuben überzieht sie mit einer seidigen Schicht. Daher stammt auch die deutsche Namensbezeichnung. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, nistet die Seidenbiene oft in Gesellschaft ihrer Artgenossen.

September 2022: Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis)

Bienenkalender, September 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Ihre Namensbezeichnung verrät bereits die enge Bindung zu den vielfältigen Pflanzen aus der Gattung Campanula. Für diese wählerische Biene sind Glockenblumen Nahrungsgrundlage, Partnerbörse und Schlafplatz in einem. Besonders die Männchen bilden oft Schlafgemeinschaften, um sich in der Nacht vor Wind, Wetter und Feinden zu schützen.

In selbstgegrabenen Nestern verschiedener Bodenarten legt das Weibchen mehrere Brutzellen an. Den herbeigeschafften Pollen vermengt sie mit körpereigenen Sekreten zu einem nahrhaften Larvenfutter. Um eine einzelne Brutzelle mit Futter auszustatten, besucht die Blattschneiderbiene nachweislich bis zu 66 Blütenstände. Sie ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass Bienen in verschiedenen Regionen unterschiedlich aussehen können. Ihre Verwandten in den Alpen erscheinen als rein schwarze Tiere mit einer roten Endfranse am Hinterleib.

August 2022: Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella)

Bienenkalender, August 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Ihre großen Mundwerkzeuge lassen es bereits erahnen ... diese Biene hat Biss. Wenn sich keine passenden Hohlräume finden, nagt sie sich diese einfach selbst. Zum Ausstaffieren ihrer Brutzellen beißt sie runde und ovale Stücke aus Laubblättern von Wildrosen, Birken, Eichen oder Hainbuchen. Auch für den Nestverschluss verbaut sie Blattstückchen. Diese stopft sie zusammen mit abgenagten Holzspänen in den Nesteingang, um die Kinderstube vor Eindringlingen zu schützen.

Der in das Nest eingetragene Pollenvorrat für ihre Nachkommen stammt von bis zu sechs unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Am liebsten fliegt sie auf Schmetterlingsblütler, wo wir besonders die patrouillierenden Männchen beobachten können. Diese erkennen wir leicht an ihren breiten weißen Vor­derbeinen, die wie gefranste Fäustlinge aussehen.

Juli 2022: Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)

Bienenkalender, Juli 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Bienenart ist besonders. Die Männchen sind nämlich größer als die Weibchen. Doch nicht nur das, die Männchen sind auch „echte Platzhirsche” – sie zeigen Revierverhalten. Mit Dornen am Hinterleib stoßen sie jeden Konkurrenten um Nahrung und Weibchen aus ihrem Revier. Selbst die riesigen Blauschwarzen Holzbienen müssen weichen. Die Männchen lassen keinen Zweifel aufkommen, wer hier seinen Claim abgesteckt hat!

Für den Nestbau sammeln die Weibchen Pflanzenhaare. Mit den Beißwerkzeugen schaben sie die Härchen von der Staude, formen sie zu einer Kugel und fliegen damit zum Nest. Ihre Brut versorgen sie gern mit Pollen von Ziest, Salbei und Herzgespann. Den Pollen nehmen sie mit ihrer Bauchbürste auf. Wer Wollziest (Stachys byzantina) im Garten hat, kann sich oft über diese auffällige Biene freuen und ihre ausgefallene Lebensweise hautnah beobachten.

Juni 2022: Zweihöckrige Mauerbiene (Osmia leaiana)

Bienenkalender, Juni 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Mauerbiene ist eine Solokünstlerin. Die seltene Biene hat zwei höckerartige Fortsätze auf dem Kopf und eine fuchsrote Bauchbürste. Die Männchen fallen durch ihre grünen Augen auf. Die emsigen Bienchen sind auf Korbblütler spezialisiert. Die Weibchen pudern ihre Sammelbürsten am Bauch besonders gern mit dem Pollen von Distel, Wegwarte und Flockenblume ein.

Diese Bienenart können wir erfolgreich mit künstlichen Nisthilfen fördern, denn sie mag oberirdische Hohlräume. Saubere Lochbohrungen in Holz oder Bambusröhrchen mit einem Durchmesser von 5 Millimetern sind ideal für die Bauchsammlerin. Die Trennwände der Brutzellen und den Nestverschluss fertigt sie aus zerkauten Blattstückchen.

Mai 2022: Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Bienenkalender, Mai 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Sie sind die „Zeppeline” unter den Wildbienen. Schon früh im Jahr suchen diese großen Bienen nach Nektarquellen und einem Partner für die Paarung. Bei ihnen überwintern nämlich auch die Männchen.

Für den Nestbau brauchen die Holzbienenweibchen mürbes Holz: Pfähle, Balken oder dicke Äste. Das Holz von Apfel, Kirsche, Kastanie und Weide kommt bei den fetten Brummern besonders gut an. In zwei Stunden zernagen die Weibchen bis zu einen Zentimeter Holz. Die Holzspäne werden mit Speichel und Nektar vermischt und zu Trennwänden der Brutzellen verbaut.

Diese Bienenart hat eine Vorliebe für Raublattgewächse, Schmetterlings-, Lippen- und Korbblütler. Wer Muskatellasalbei pflanzt, „bucht” gleich die Holzbiene mit. Als wärmeliebende Art profitiert sie von der Klimaerwärmung und überwintert mittlerweile auch im Norden Deutschlands.

April 2022: Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

Bienenkalender, April 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese Bienenart bildet Mini-Staaten aus bis zu ca. 15 Tieren und organisiert sich wie Honigbienen und Hummeln mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Begattete Weibchen überwintern gemeinsam in ihrem Geburtsnest. Das vitalste Weibchen wird zur Königin und übernimmt im Frühling die Rolle der Eierlegerin. Die Königinnenschwestern errichten Brutzellen und sammeln Pollen. Die kleinen Gemeinschaften arbeiten strikt nach Arbeitsteilung.

Sie fliegen gerne auf Korbblütler. Ist die Versorgung der Brut gesichert, werden die Königinnenschwestern aus ihren Diensten entlassen. Ihnen wird der Zugang zum Nest durch die Königin verwehrt. Die Verstoßenen graben sich nun entweder eigene Nistgänge oder besetzen fremde Nester, auch von anderen Bienenarten. Ab Ende Juni schlüpfen die Männchen und Weibchen der neuen Generation. Die begatteten Weibchen überwintern wiederum gemeinsam in einem Erdnest und der Zyklus beginnt von neuem.

März 2022: Fuchsrote Lockensandbiene (Andrena fulva)

Bienenkalender, März 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Diese auffällige Wildbienenart ist bereits früh im Jahr unterwegs. Wer so früh fliegt, darf nicht wählerisch bei der Nahrungswahl sein. Diese Generalistin nimmt alles, was sie kriegen kann: An 13 Pflanzenfamilien sammeln die emsigen Weibchen ihre Pollenvorräte. Besonders begehrt sind Kreuzblütler wie Raps, Weiden oder Rosengewächse. Wo Weißdorn, Süßkirsche, Zwergmispel, Johannis- und Stachelbeeren blühen, sammelt sie eifrig Nahrung für ihre Brut.

Nach getaner Arbeit ruhen sich die Weibchen auf den Blättern der Beerensträucher aus. Die Männchen patrouillieren recht zügig um diese Sträucher und Erdnester herum, immer auf der Suche nach einem Fortpflanzungspartner. Mit einigen Beerensträuchern und offenen Bodenstellen stehen die Chancen gut, die Fuchsrote Lockensandbiene auch im eigenen Garten beobachten zu können.

Februar 2022: Auen-Schenkelbiene (Macropis europaea)

Bienenkalender, Februar 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Wie die meisten Bienenarten nistet die Auen-Schenkelbiene im Boden. Ihre Nester besitzen einen Hauptgang und mindestens zwei Seitengänge, an deren Enden sie ihre Brutzellen baut. Für diese sammeln die Bienen wasserabweisende Blumenöle. Die Öle sind Teil der Brutnahrung und werden auch zum Imprägnieren der Brutzellen verwendet.

Diesen speziellen Futterzusatz und Baustoff findet die Auen-Schenkelbiene ausschließlich an der Pflanzengattung Gilbweiderich (Lysimachia). Die Weibchen fliegen mit dicken Pollenhöschen zumeist auf den Gewöhnlichen Gilbweiderich und bisweilen auf den Punkt-Gilbweiderich, um Öl und Pollen zu sammeln. Ölpflanzen bieten jedoch keinen Nektar. Daher ist die Schenkelbiene auf Nektarquellen in unmittelbarer Umgebung ihrer Erdnester angewiesen! Hier sammelt sie gern an typischen Pflanzen der Ufer- und Hochstaudenfluren wie Blutweiderich, Sumpf-Storchschnabel oder Sumpf-Kratzdistel. Nektar dient vor allem als „Flugbenzin”.

Januar 2022: Große Zottelbiene (Panurgus banksianus)

Bienenkalender, Januar 2022
© Stiftung für Mensch und Umwelt

Die schwarzen Bienen mit der struppigen Behaarung an den Hinterbeinen sind wahre Feinschmecker. Wir finden sie meist vormittags in den Blütenköpfchen von Korbblütlern beim Sammeln von Pollen. Genau genommen liebt diese Biene Zungenblütler und fliegt gern auf das Gewöhnliche Bitterkraut, Wegwarte, Löwenzahn und Habichtskräuter.

In Deutschland sind nur drei Arten der Zottelbienen bekannt. Weltweit finden sich auch nur 40 Arten dieser Nahrungsspezialisten. Die Große Zottelbiene hält noch eine weitere Besonderheit bereit: Für ihr Nest gibt es nämlich zwei Eingänge. Der echte Eingang, welcher zu den Brutzellen führt, ist eher unauffällig. Der Pseudo-Nesteingang hingegen präsentiert sich durch einen auffälligen Auswurfhügel. Damit versucht die Große Zottelbiene vermutlich, ihren Brutparasiten, die Ähnliche Wespenbiene, zu täuschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wollen Sie Wildbienen in Ihren Garten locken? Dann legen Sie einen Naturgarten an!

Kennen Sie schon unseren Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen!“?

Kontakt

Stiftung für Mensch und Umwelt
Dr. Corinna Hölzer & Cornelis Hemmer
Hermannstraße 29, D - 14163 Berlin
Tel.: +49 30 394064-310
infodeutschland-summt.de

Mehr zu Bürozeiten und Mitarbeitenden

Bankinstitut: GLS Bank
IBAN: DE71 4306 0967 1105 5066 00
BIC: GENODEM1GLS

USt-IdNr.: DE313861745
Steuernummer: 27 / 642 / 07154

Unsere Website und das Besuchen der Website sind CO2-neutral:

CO2 neutrale Website

Diese Website wird im Durchschnitt ca. 27.600 mal pro Monat geklickt. Das braucht Energie! Wir kompensieren das.