Wildbiene

Wildbiene des Monats Oktober 2017: Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea, Linnaeus 1758)

Blauschwarze Holzbiene im Anflug auf eine Nisthilfe. © Hans-Jürgen Sessner

Der Herbst ist die richtige Zeit um Blühgehölze zu pflanzen. Eine Wildbiene die sich besonders gut mit Gehölzen auskennt ist unsere Wildbiene des Monats – die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Ihre Verbreitung findet sie in Nordafrika und Eurasien, von Portugal bis in den Kaukasus und Zentralasien. Im Norden stößt sie bis nach England und Schweden vor.

Die bis zu 28 Millimeter große Blauschwarze Holzbiene ist unsere größte heimische Bienenart. Durch ihren einheitlichen schwarzen Körper und eine kurze schwarze Behaarung wird sie oft als Käfer wahrgenommen. Ihre vier auffällig violett metallisch glänzenden Flügel kennzeichne sie jedoch eindeutig als Wildbiene. Die Farbgebung der Flügel spiegelt sich auch in ihrer wissenschaftlichen Artbezeichnung violacea (dt. violett) wider.  

Blauschwarze Holzbiene bei der Nahrungsaufnahme an einer Vogel-Wicke (Vicia cracca)

Xylocopa violacea liebt vor allem trockenwarme Standorte mit hoher Sonneneinstrahlung. Streuobstwiesen, Weinberge und Nistgelegenheiten im Siedlungsbereich sucht sie vom Flachland bis in die montane Höhenstufe auf. Man findet sie vor allem in naturnahen Gärten und strukturreichen Landschaften mit einem reichen Angebot an Trachtpflanzen. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienenarten, die alte Fraßgänge anderer Insekten in mürbem Holz nutzen (z.B. Blattschneider- und Mauerbienen), ist die Blauschwarze Holzbiene selbst die Architektin und Bauherrin. Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen (Mandibeln) nagt sie Hohlräume in abgestorbenes altes Holz. Auch hohle Pflanzenstängel mit entsprechendem Durchmesser werden als Nistplatz genutzt. Ihre Brutzellen ordnet sie linear in horizontalen und vertikalen Nistgängen an. Die Wände der jeweiligen Brutkammern bestehen aus mit Sekreten vermischten Holzpartikeln. Das Baumaterial ist ein Gemisch aus Holzspänen, Mark, Speichel und Nektar. 

Sie fliegt in einer Generation (univoltin) über einen der längsten Lebenszyklen unserer heimischen Bienenfauna überhaupt. Von Februar/März bis in den Oktober hinein kann man sie beobachten. Somit ist sie neben einer Handvoll Furchen- und Seidenbienen-Arten (z.B. Efeu Seidenbiene - Wildbiene des Monats 2016) eine der letzten Wildbienen der Saison. Weibchen und Männchen erscheinen ab dem Spätsommer und überwintern.

Nahaufnahme der Blauschwarzen Holzbiene

Die Große Holzbiene ist als polylektische Art einzuordnen. Sie ist zwar keine absolute Generalistin wie z.B. die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes Wildbiene des Monats Mai 2017), nutzt aber immerhin Pollen von vier Pflanzenfamilien: Korbblütlern (Asteraceae), Raublattgewächsen (Boraginaceae), Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) und Lippenblütlern (Lamiaceae).

Neben der Kleinen (Xylocopa iris) und der Schwarzfühler-Holzbiene (Xylocopa valga) ist sie die einzige heimische Holzbienenart. Die Schwarz-Gelbe Keulenwespe (Polochrum repandum) parasitiert die Blauschwarze Holzbiene. In Deutschland ist sie in allen Bundesländern, außer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, verbreitet. Dabei gilt sie in Baden Württemberg jedoch als stark gefährdet. Ihre Verbreitung Richtung Norddeutschland kann erst seit den letzten Jahren beobachtet werden.

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