Wildbiene

Wildbiene des Monats Juli 2017: Die Weidenröschen-Blattschneiderbiene (Megachile lapponica, Thomson 1872)

Weidenröschen-Blattschneiderbiene an einer Blüte des Wald-Weidenröschens

Im Sommermonat Juli steht eine wählerische Wildbienenart im Fokus der Betrachtung. Die Weidenröschen-Blattschneiderbiene ist im nahezu gesamten nördlich eurasischen Raum verbreitet. Neben ihren Gebieten in Mittel- und Nordeuropa, ist sie in Zentralasien und Sibirien bis Japan und Korea zu finden.

Charakteristisch für die schlanke schwarze Biene sind die schmalen weißen Binden des Abdomens und die orangefarbene Bauchbürste für den Pollentransport. Die Weibchen werden maximal bis zu 13 Millimeter lang und die Männchen erreichen eine Körperlänge von 9-10 Millimeter.

Die Flugzeit dieser Blattschneiderbienenart vollzieht sich in einer Generation von Juni bis August. Dabei nistet sie in bereits vorhandenen Hohlräumen, mit einer Vorliebe für altes Holz in alten Insektenfraßgängen. Aber auch natürliche Felsspalten dienen als Domizil. Waldlichtungen, Kahlschläge, durch Windwurf geschaffene freie Stellen sowie Siedlungsflächen nutzt die Blattschneiderbiene als ihren Lebensraum.

Blütenstand des Wald-Weidenröschens (Epilobium angustifolium)

Wie der Name bereits verrät, verbaut sie ihre Nester mit Blatt- und Rindenstückchen der Wald-Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Diese schneidet sie individuell für einzelne Bauabschnitte zu. Das bedeutet Brutzellen, Zwischenwände, Außenseiten und Nestverschlüsse werden in Fertighausmanier passgenau gefertigt.

Jedoch dient das Wald-Weidenröschen nicht nur als Baumaterial. Die Blüten dieser Wildpflanzenart sind wahrscheinlich die ausschließliche Pollenquelle von Megachile lapponica, denn sie lebt oligolektisch. Durch deren schnelle Verbreitung als Pionierpflanze trifft man sie auch häufig auf Freiflächen im städtischen Raum.

Die Weidenröschen-Blattschneiderbiene wird von der Unbewehrten Kegelbiene (Coelioxys inermis) parasitiert. In der Checkliste für Wildbienen in Deutschland wird Megachile lapponica als ungefährdet eingestuft.

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