Literaturtipps

Biodiversität - unsere wertvollste Ressource
von Carsten Neßhöver
Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2013
208 Seiten, E-Book
ISBN 978-3-451-34573-9
7,99 EUR 
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Beim Stichwort Artensterben denkt man zuerst an Nashorn oder Panda. Dabei wäre es für unser tägliches Leben sehr viel dramatischer, wenn Biene oder Regenwurm verschwinden würden! Mit einem Weniger, aber auch einem Mehr von Natur umzugehen ist die Herausforderung der Zukunft. Carsten Neßhöver zeigt anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Fakten auf, warum Biodiversität unsere wertvollste Ressource ist - und was wir tun müssen, um sie zu schützen.

 

Bundesamt für Naturschutz (BfN, 2014): StadtNatur Begleitheft zur Ausstellung

Stadtnatur wird für uns Menschen immer bedeutender, weil sie gesunde und attraktive Lebensbedingungen sowie gut erreichbare Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung bietet. Darüber hinaus leistet Stadtnatur in Form von Grünstrukturen einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt.

Ziel der Ausstellung „StadtNatur“ ist es, die vielfältigen Seiten der Stadtnatur darzustellen und die Notwendigkeit eines sensiblen Umgangs mit ihr hervorzuheben. (Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz )

 

Deutsche Umwelthilfe (DUH, 2016): Perspektiven für Wildnis in der Stadt -  Naturentwicklung in urbanen Räumen zulassen und kommunizieren


Die Broschüre beschreibt anhand von vier Modellstädten (Arnsberg, Gelsenkirchen, Leipzig und dem Berliner Bezirk Spandau) wie zufällig entstandene „Wildnis“ geschützt, neue „Wildnis“ auf den Weg gebracht und wie diese Stadtmenschen nahe gebracht werden kann.

Die vier Kommunen haben sich unermüdlich dafür eingesetzt, den Wildnisgedanken auf die Agenda zu bringen – sowohl konkret auf ihren Flächen als auch im Gespräch mit Partnern, Mitstreitern, Vertretern von Politik und Gesellschaft und natürlich mit ihren Bürgerinnen und Bürgern. Aus den gewonnen Erkenntnissen und Erfahrungen ist diese Broschüre entstanden. (Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V.)

 

Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht
von Johanna Romberg
Verlag Quadriga, 2021
Hardcover
288 Seiten
ISBN: 978-3-86995-104-1
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Leseprobe

Insektensterben, Erderwärmung, Ackergifte, Plastikmüll…das alles ist uns bekannt. Wir finden dazu im Internet und in Büchern deprimierende Zahlen und Fakten. Doch Johanna Romberg erzählt uns eine andere Geschichte: Ihr neues Buch „Der braune Bär fliegt erst nach Mitternacht“ hingegen setzt weniger auf Zahlen und Fakten, sondern mehr auf Emotionen. Die Journalistin und Hobby-Ornithologin brachte mir unsere heimische Flora und Fauna auf eine Weise nahe, wie ich es noch nie erlebt hatte. Und so erleben wir beim Lesen hautnah ihre Liebe und Sorgen um die Natur. Gleichzeitig weckte sie in mir das Interesse, raus in die Natur zu gehen und die von ihr beschriebenen Tiere und Pflanzen selbst zu entdecken. Das Buch enthält wunderschöne Illustrationen von Florian Frick. Es ist im Jahr 2021 im Quadriga Verlag als Hardcover erschienen.

Die Gliederung des Buches ist leicht überschaubar. Das Register kann bei der Suche nach bestimmten Aspekten im Buch behilflich sein. In „Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht“ wechseln sich die Kapitel mit „Kurzausflügen“ ab. In den „Kurzausflügen“ berichtet die Autorin von Erfahrungen, die sie auf Ausflügen in ihrer Umgebung gesammelt hat. Jedes neue Kapitel wird mit einer schönen Illustration eigeleitet. Auf den Seiten beschreibt sie ausführlich besondere Menschen und außergewöhnliche Projekte. Dabei bezieht sich die Autorin Johanna Romberg auf eigene Erfahrungen, Interviews, Bücher, Zeitschriften und Internetquellen. Johanna Romberg erzählt aber auch von Pflanzenhashtags auf Twitter und ihrer liebsten App zum Bestimmen von Pflanzen. Alles, um den Menschen die Natur wieder etwas näher zu bringen.

Johanna Romberg führte mir als Leserin vor Augen, wie wunderschön, beeindruckend und faszinierend die Vielfalt vor unserer Haustür ist: „Wenn wir wollen, dass unsere Naturschätze überleben oder gar wiederaufleben, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass sie angeschaut werden, von möglichst vielen Menschen“. Mit dieser Aussage beschreibt Johanna Romberg den Wunsch an die Leserinnen und Leser ihres Buches. Die Autorin regt dazu an, selbst vor die Tür zu gehen und die Pflanzen, Tiere und Pilze um sich herum bewusst und intensiv wahrzunehmen.

Johanna Romberg erzählt humor- und gefühlvoll ihre Erlebnisse mit der Natur. Als Leserin habe ich viel Interessantes über die verschiedensten Lebewesen und Ökosysteme erfahren. Oft regt das Buch dazu an, den ein oder anderen Schmetterling oder Vogel – sofern nicht bekannt – im Internet zu recherchieren. Seine Schönheit muss ergründet werden. Und so sind Artengruppen, die ich vorher für uninteressant gehalten habe, plötzlich faszinierend und beeindruckend. Johanna Romberg zeigt uns, wie verletzlich unsere Welt und wie gnadenlos sie den Menschen ausgeliefert ist. Aber sie spendet auch Hoffnung, indem sie von großartigen Projekten und engagierten Menschen berichtet. Die Dinge werden nicht beschönigt, aber auch nicht dramatisiert. Die Autorin kritisiert die Politik und liefert konkrete Lösungsvorschläge. Und auch für den Normalbürger beziehungsweise für die Normalbürgerin sind einige Tipps und Anregungen genannt. Wer bis jetzt noch keinen Anlass zum Schützen der Natur hatte, wird den nach dem Lesen dieses Buches haben.

Johanna Romberg ist der Meinung, dass wir Artenvielfalt wieder im Alltag erleben könnten. Das Überleben der Biodiversität ist auch für die Menschen überlebenswichtig. Ihr Wunsch ist es, dass die biologische Vielfalt nachhaltig wiederbelebt wird. Zu diesem Zweck erklärt sie am Ende des Buches ihre Idee einer Bürgerbewegung. Sie nennt sie übergangsweise „Mondays for future“. Konkrete Forderungen an die Politik formulierte sie in ihrem Buch. Nun müssen sich nur noch genug begeisterte und engagierte Bürger und Bürgerinnen finden, das Ganze umzusetzen.

Das Buch ist ein Muss für jeden begeisterten Naturliebhaber oder solche, die es noch werden wollen. Ein wissenschaftlicher Hintergrund ist nicht von Nöten. Die Autorin Johanna Romberg selbst ist auch keine ausgebildete Wissenschaftlerin. Das unterhaltsame Buch liest sich schnell, fast wie ein Roman. Es ist voller Anekdoten, Gedankenspiele und Informationen zum Weitererzählen. Am besten liest sich das Buch draußen, umgeben von der Natur, über die Johanna Romberg so voller Gefühle berichtet. Mir hat das Buch besonders gefallen, weil es die Schönheit aber auch die Zerbrechlichkeit unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt deutlich macht. Es zeigt wieder einmal, dass dringender Handlungsbedarf besteht, wenn wir unsere Welt ernsthaft erhalten wollen.

Nina Wallmann

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