Frühblüher im Garten

Schön für uns Menschen und sehr wichtig für unsere frühen Insekten: Die Frühblüher in Garten und Landschaft. Im Übergang zwischen Winter und Frühjahr bieten sie Bienen und Hummeln wichtige Nahrung. Wir haben besonders empfehlenswerte zusammengestellt.

Krokus

Krokuswiese im Park

Er ist der Klassiker unter unseren Frühblühern. Als einer der ersten Frühlingsboten färbt der Krokus unsere Gärten und Parks bunt – und steigert unsere Freude auf das bevorstehende Frühjahr. Dann ist er eine wichtige Pollen- und Nektarquelle etwa für Hummelköniginnen, die hier erste Nahrung für sich und den Aufbau eines neuen Staates finden. Besonders früh und filigran ist der Elfenkrokus. Er breitet sich besonders freudig aus. Im Garten können wir ihn also schon bald in großer Zahl finden. Dazu müssen wir nur mit dem Mähen warten, bis seine Laubblätter im Juni eingezogen sind. Dann bildet er unter der Erde neue Knollen, aus denen im nächsten Frühjahr neue Krokusse erscheinen. Und die Ameisen helfen dabei, seine Samen im Garten zu verteilen.

Kornelkirsche

Blühende Kornelkirsche

Die Kornelkirsche ist gar keine Kirsche. Sie gehört zu den Hartriegelgewächsen und ist eine Alleskönnerin. Ihre Blüten, die nach Honig duften und schon im März erscheinen, bieten den „Frühaufstehern“ unserer Insekten eine reiche Pollen- und Nektarquelle. Ihr Holz ist so hart, dass es sogar im Wasser untergeht. Im Spätsommer sind ihre nahrhaften Früchte bei den Vögeln sehr beliebt. Doch auch wir können daraus eine leckere Marmelade oder einen Obstbrand  machen, wenn wir die Früchte gut ausreifen lassen. Für die Natur ist die Kornelkirsche, die regional auch Herlitze, Dürlitze oder auch Dinrndlstrauch genannt wird, also viel wertvoller als die Forsythie. Vielleicht ziehst du die Kornelkirsche ihr also vor, wenn du eine attraktive Gartenpflanze suchst?

Schneeglöckchen

Kleines Schneeglöclchen, Foto: Anette-Linnea Rasmussen / fotolia.com

Was so zart und gebrechlich klingt, ist in der Natur sehr hart im Nehmen. Beim Kleinen Schneeglöckchen stecken sogar die Blüten den Frost locker weg! Durch ihre weiße Farbe sind sie für uns auf Schnee zwar unscheinbar, für ihre Bestäuberinsekten aber durch eine starke UV-Licht-Reflektion deutlich erkennbar. Zudem duften die Blüten innen stärker als außen, so dass Wildbiene & Co. ihren Weg findet. Haben sich die Samen gebildet, senkt sich der Blütenstand ab, so dass er bequem für Ameisen zu erreichen ist. Die Samen haben ein nähstoffreiches Anhängsel, so dass die Ameisen ihn gerne aufnehmen und dem Schneeglöckchen so bei der Ausbreitung helfen.

Winterling

Winterlinge

Der Winterling verrät es schon im Namen: Seine gelben Blüten können schon auftauchen, wenn noch Schnee liegt. Damit ist er eine der ersten Nahrungsquellen für unsere Insekten. An den zuckerreichen Nektar gelangen allerdings nur die mit einem ausreichend langen Rüssel. Erdhummeln gehören dazu, Honigbienen jedoch nicht. Doch auch sie finden Pollen auf den Blüten. Winterlinge sind ursprünglich im südlichen Europa heimisch, kommen bei uns aber vermutlich schon seit dem 16. Jahrhundert vor. Sie wachsen bevorzugt in Laubwäldern oder Weinbergen, in unseren Gärten ist ihr bevorzugter Standort im Halbschatten. Übrigens: Der botanische Gattungsname Eranthis bedeutet übersetzt nicht Winterling, sondern Frühlingsblüher.

Leberblümchen

Leberblümchen, Fi15, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Wer kennt es nicht? Der eigene Garten hat so viele schattige Stellen, an denen die sonnenhungrigen Pflanzen nicht so recht wachsen mögen. Ein wunderschöner Frühblüher braucht aber genau das: Das Leberblümchen. In der freien Natur finden wir es vor allem in Laubwäldern. Im späten März läuten die zartblauen Blüten den Frühling ein und liefern den früh fliegenden Insekten Pollen als Nahrung. Eine Blüte hält etwa eine Woche, die Blätter sind aber über das ganze Jahr grün. Die Blüten umfassenden Hochblätter öffnen und schließen die Blüten abends und bei Regen.

Traubenhyazinthe

Traubenhyazinthe, Opioła Jerzy (Poland), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Hingucker im April ist die Traubenhyazinthe. Die leuchtend blauen Blüten bilden eine unverwechselbare Traube und werten den Garten in der noch mageren Zeit für Blütenbesucher und das menschliche Auge deutlich auf. Meist ist bei uns die Armenische Traubenhyazinthe zu finden, der Name verrät schon ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet, das neben dem Kaukasus auch den Balkan, Griechenland und die Türkei umfasst. Im eigenen Garten sollten wir darauf achten, die Blätter nicht zu mähen, bis sie eingezogen sind. Umso mehr Kraft sammelt sich in den unterirdischen Zwiebeln und geht in die Blüten im nächsten Jahr!

Sal-Weide

Kätzchen der Sal-Weide, Krzysztof Ziarnek, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sollten wir einen Preis für die ökologisch wertvollste Pflanze verleihen, würden wir womöglich die Salweide wählen. Die als Weidenkätzchen bekannten Blüten liefern ab Anfang März den frühen Blütenbesuchern einen reich gedeckten Tisch. Etwa 100 Schmetterlingsarten finden auf ihr Nahrung. Während die ausgewachsenen Schmetterlinge die Blüten besuchen, sind die Raupen vieler Arten auf die Blätter angewiesen. Diese finden sich vor allem auf noch jungen Bäumen. Salweiden können durch Schnitt auch klein gehalten werden. So passen sie auch gut in den eigenen Garten. Aus den biegsamen Zweigen lassen sich prima Zäune im Garten gestalten oder Körbe flechten – eine schöne Bastelidee! 

Duftveilchen

Duftveilchen
Pflegeleicht, anspruchslos und duftend. So könnte man den kleinen Bodendecker beschreiben. Aber das Duftveilchen kann noch mehr. Die Raupen des Kaisermantels brauchen die winterharte Staude ebenso wie die frühfliegenden Gehörnten Mauerbienen als Nahrung.
Besonders wohl fühlen sie sich im lichten Schatten mit genügend Feuchtigkeit. Die immergrünen Aromazwerge bilden rasch dichte Teppiche, die ganz ohne Düngung sich selbst überlassen werden können. Sie sind eine gute Wahl für die Unterpflanzung von Gehölzen und Wildhecken oder als wohlriechende Leitplanke am Wegesrand.
Im März ist die ideale Pflanzzeit für die kleinen Wunderwerke!
 

Huflattich

Schmalbiene an Huflattich
Ob nass, ob trocken, ob sonnig, ob schattig... Er kommt fast überall zurecht - Der Huflattich.
Man sagt ihm sogar nach, dass er auf reiner Braunkohle wachsen kann. Meistens finden wir ihn aber an Wegrändern, in Steinbrüchen oder am Waldrand.
Entweder sehen wir seine gelben Blüten oder seine Blätter. Die Blätter erscheinen erst, wenn die Pflanze verblüht ist. Während die frühen Nektar- und Pollensammler sich auf die Blüten stürzen, fressen die Raupen von Blut-Bär, Alpen-Würfeldickkopffalter oder Distelfalter an den Blättern des Korbblütlers.
Doch auch für uns Menschen ist der Huflattich nützlich. Vor allem die Blätter sind ein altbekanntes Hustenmittel, der botanische Name Tussilago farfara weist darauf hin, 'tussis' bedeutet 'Husten'.
 

Geflecktes Lungenkraut

Geflecktes Lungenkraut, Bild: Fritz Flohr Reynolds_CC BY-NC 2.0
Die Blüten des Lungenkrauts verfärben sich im Laufe ihres kurzen Lebens von rot, wenn sie frisch geöffnet sind, nach blau. So können Wildbienen anhand der Farbe erkennen, ob sich ein Besuch lohnt - eine Lebensmittelampel für Wildbienen. Beim verwandten Borretsch färben sich die Blüten ähnlich.
Hoch geschätzt wird diese Ampel von der Frühlings-Pelzbiene, für die das Lungenkraut eine wichtige Nahrungspflanze darstellt. Sie bevorzugt die jungen roten Blüten, denn dort ist noch mehr Nektar zu finden. Insekten mit kurzem Rüssel bleibt dieser aber verborgen. Denn der Nektar liegt hinter einer 1 cm langen schmalen Kronröhre.
Auffällig sind auch die gefleckten Blätter. Auf den ersten Blick wirkt die Pflanze so fast exotisch. Dabei ist sie heimisch und noch weit verbreitet.
Das Gefleckte Lungenkraut ist zudem ein sehr altes Hustenmittel, wie der Name bereits ahnen lässt. 
Auch der botanische Name Pulmonaria officinalis deutet darauf hin: Pulmo steht für die Lunge, officinalis immer für eine medizinische Verwendung.
 

Schlüsselblume

Echte Schlüsselblume, Bild: Priit Tammets/CC BY 2.0
Nicht in den plakativen Farben wie in vielen Blumenrabatten, sondern in dezentem Gelb erblüht die Echte Schlüsselblume, die heimische Wildform. Ähnlich wie das Lungenkraut, gewährt sie nur Insekten mit langem Saugrüsseln Zugang zum Nektar. Dieser ist hinter einer langen Kronröhre von bis zu 2 cm verborgen.
Für einige Falter ist sie jedoch auch eine wichtige Kinderstube. Die Raupen des seltenen Schlüsselblumen-Würfelfalters etwa, sind auf die Blätter als Nahrungspflanze angewiesen. Zu sehen sind die Raupen jedoch selten, denn die nachtaktiven Tierchen verstecken sich tagsüber an der Blattbasis
Die Echte Schlüsselblume blüht von März bis in den Mai und fühlt sich auf eher trockenen Wiesen wohl, passt also gut in die Wildblumenwiese - auch im eigenen Garten. Die winzigen Samen stattet sie mit kleinen Bläschen aus, so dass sie sich besser über den Wind verteilen können. 
Inzwischen ist die Echte Schlüsselblume regional selten geworden genießt daher besonderen Schutz. Mit der Echten Schlüsselblume im eigenen Garten werdet ihr also zum waschechten Naturschützer!
 

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