Insektenforscher schlagen Alarm

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Seidenbiene (Foto: Hans-Jürgen Sessner)

Angesichts dramatischer Rückgänge der Insekten haben 77 Teilnehmer der 12. Hymenopteren-Tagung in Stuttgart im Oktober 2016 eine "Resolution zum Schutz der mitteleuropäischen Insektenfauna, insbesondere der Wildbienen" verfasst.

Die Forscher stellen darin fest, dass "sowohl auf der Ebene der Artenvielfalt als auch bei den Individuenzahlen" ein stetiger Rückgang der Insekten und selbst bei bislang häufigen Bienenarten drastische Bestandsrückgänge von bis zu 95 % zu verzeichnen sind. Als Hauptursache neben dem Lebensraumverlust infolge Versiegelung, dem Klimawandel und dem Einfluss einwandernder Arten sehen sie vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft mit der einhergehenden Reduzierung der Strukturvielfalt der Landschaft, Überdüngung und dem Einsatz von Pestiziden, vor allem von Neonicotinoiden.

Daraus leiten die Insektenkundler drei Forderungen ab:

1. Ein vollständiges Verbot von Neonikotinoiden, "mindestens aber ein vollständiges, ausnahmsloses Moratorium für ihren Einsatz bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit".

2. Die Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft, z.B. durch Etablierung eines Blüten-Managements.

3. Die Einführung eines Langzeit-Monitorings von Insekten auf repräsentativen Flächen in Deutschland.

Die vollständige Resolution im PDF-Format

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