Bilde

Gefährdung

Frühe Ziest-Schlürfbiene (Rophites algirus)
Die Frühe Ziest-Schlürfbiene (Rophites algirus) ist in Sachsen und Niedersachsen bereits ausgestorben/verschollen. © Heinz Wiesbauer

Alle heimischen Wildbienen sind durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Dennoch gelten mehr als die Hälfte der ungefähr 550 Arten in Deutschland als bestandsgefährdet. Aktuell werden 52,2 % in der Roten Liste der Bienen Deutschlands geführt. Mehr als 40 % der Arten zeigen einen langfristig negativen Trend in der Bestandsentwicklung. Ca. 37 % der Arten gelten als stabil und nur knapp 1 % der Arten zeigt eine positive Bestandsentwicklung.

Die Wirtschaft braucht Bienen

Diese Entwicklung ist nicht nur für die Wildbienen alarmierend, auch die Wirtschaft ist davon betroffen. Unsere Lebensqualität und unsere Zukunft stehen in engem Zusammenhang mit der Bestäubungsleistung der Insekten: Allein in Europa wird die Bestäubung der Kulturpflanzen durch Bienen auf 22 Mrd. Euro geschätzt, da ca. 84 % der wichtigsten angebauten Pflanzenarten für unsere Ernährung durch Insekten bestäubt werden. Wild- und Honigbienen tragen somit wesentlich dazu bei, unsere Nahrungsgrundlage zu sichern.

Darum geht's den Bienen schlecht

Die Ursachen für den allgemeinen Rückgang und die Gefährdung der Wildbienen liegen einerseits in der Zerstörung ihrer Nistplätze, andererseits in der Vernichtung oder Verminderung ihres Nahrungsangebots. Den größten negativen Einfluss auf die Bestände hat dabei die intensive Landwirtschaft (Flurbereinigung, großflächige Monokulturen, intensivierte Grünland- und Ackernutzung, Wildkräuterbekämpfung, Konzentration auf Silageerzeugung). Eine weitere Ursache für den Rückgang sind Flächenverluste durch Bebauung und Versiegelung. Aber auch „aufgeräumte“ und zu häufig gemähte öffentliche Grünflächen und private Gärten sowie der mehrmalige Einsatz von Pestiziden pro Jahr (Herbizide gegen Wildkräuter und Insektizide gegen Insekten) wirken sich negativ aus.

In einem Hintergrundtext (PDF) gehen wir näher auf die Ursachen für den Rückgang der Wildbienen ein. Ein Artikel im Hamburger Abendblatt beschreibt eindrücklich die "Gefahr für Majas wilde Schwestern".

Wer Wildbienen schadet, riskiert hohes Bußgeld

Sandbiene (Andrena hattorfiana)
Sandbiene (Andrena hattorfiana) © Hans-Jürgen Sessner

Wildbienen brauchen dringend unseren Schutz. Aus diesem Grund hat jedes deutsche Bundesland ein Bußgeld festgelegt, das dann zum Tragen kommen kann, wenn Wildbienen gefangen, verletzt oder getötet werden. Im Ländervergleich hat Brandenburg mit bis zu 65.000 € das aktuell höchste Bußgeld verordnet (Stand: 03.09.2021). Auch wer Wildbienen-Nester oder ihre Ruhestätten beeinträchtigt, wird ggf. ordentlich zur Kasse gebeten. Keine Frage: Machmal sind Bienen sehr lästig - zum Beispiel dann, wenn sie ihre Nester an „unpassenden“ Stellen bauen. Trotzdem brauchen wir Wildbienen unbedingt! Sie sind wertvolle Bestäuberinsekten sowie Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere. Mehr zum Thema erfahren Sie im „Bußgeldkatalog Biene“.

Quelle: VFR Verlag für Rechtsjournalismus GmbH (2021): Bienen und Wildbienen unter Naturschutz, in https://www.bussgeldkatalog.org, 03.09.2021, https://www.bussgeldkatalog.org/tierschutz-biene/, Letzter Zugriff: 13.09.2021.

Stimmen aus der Öffentlichkeit

Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, spricht zum Thema „Schutz der Bienen“:

Auf unterhaltsame Art und Weise macht das folgende Video von Greenpeace auf den Stellenwert der Bienen im Ökosystem aufmerksam:

Weiterführende Infos

Das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) hat eine Broschüre "Bienen, Hummeln & Co.: Gefährdung, Bedeutung, Schutz" (PDF) mit weiteren Informationen erstellt.

Kontakt

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Dr. Corinna Hölzer & Cornelis Hemmer
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Tel.: +49 30 394064-310

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