Tochterkolonie

Da ein Honigbienenvolk in einer Höhle nicht unendlich wachsen kann, beschließt es irgendwann, sich zu teilen. Da aber kein Teil des Volkes ohne Königin überleben kann, ziehen sich die Arbeiterinnen vor der Volksteilung eine zweite, neue Königin heran: Sie legen extra große, sogenannte Weiselzellen, an, die von der Königin mit jeweils einem Ei bestückt werden. Die sich hier entwickelnden Larven erhalten ausschließlich das nahrhafte Gelée Royale, das die Arbeiterinnen in ihrer Kopfdrüse produzieren. Die Larven schlüpfen nach exakt 16 Tagen als Prinzessinnen – eine kurz nach der anderen. Einige von ihnen verlassen schnurstracks mit jeweils einem kleinen Teil des Volkes die Behausung und suchen sich eine eigene Höhle, um ihr kleines Volk zu vermehren. Treffen zwei Prinzessinnen nach ihrem Schlupf im Stock aufeinander, halten sie sich mit ihren Mandibeln fest und töten sich unter lautem Geschrei. Prinzessinnen, die von den Arbeiterinnen auf Anhieb nicht "gemocht" werden, werden von diesen im wahrsten Sinne eingeknäult und vor die Tür gesetzt. Nur eine Prinzessin bleibt am Ende übrig. Nach ihrem Jungfernflug übernimmt sie, ihre Samentaschen prall gefüllt mit Spermien, die Brut und Honigvorräte der alten Königin.

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