DNA-Barcoding-Projekt

Monokulturen
Strukturmodell eines Ausschnitts aus der DNA-Doppelhelix (Wikimedia/Michael Ströck)

"Wir haben die Vision, jede Tierart in Minuten bestimmbar zu machen – jederzeit, überall und zuverlässig."

Das rasante Fortschreiten von Artensterben und Klimawandel begründen die weltweiten Forderungen nach Erhaltung der Biodiversität und machen die Etablierung einer schnellen, zuverlässigen und kosteneffizienten Artidentifikation zu einer globalen Notwendigkeit. Es gilt die Artenvielfalt unseres Planeten so schnell und umfassend wie möglich zu erfassen, damit effektive Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Diese globale Vision soll im Rahmen des GBOL-Projekts (German Barcode of Life) auf deutschlandweiter Ebene verwirklicht werden. GBOL wird die erste umfassende „DNA-Barcoding“-Gendatenbank der Fauna und Flora Deutschlands erstellen und damit ein leistungsfähiges Expertensystem zur schnelleren Artbestimmung entwickeln. Deutschland reiht sich mit der GBOL-Initiative in konzertierte internationale Aktivitäten zur Erfassung der globalen Biodiversität ein.

Das DNA-Barcoding bietet die Möglichkeit der zeitnahen, kostengünstigen und zuverlässigen Identifizierung tierischer und pflanzlicher Gewebeproben. Diese Bestimmung hilft, Aussagen zu der Art vorzunehmen.

Jeder von uns kennt die industriellen Strichcodes (Barcodes) die jedes Produkt im Handel individuell kennzeichnen. Analog zu diesen Strichcodes sind auch bestimmte kurze Genabschnitte - sogenannte DNA-Barcodes - für jede Art einzigartig. DNA-Barcoding hat sich als globaler Standard zur schnellen und zuverlässigen genetischen Artidentifizierung von Tieren, Pflanzen und Pilzen entwickelt.

Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

So lassen sich ...

  • unbekannte oder schwer identifizierbare Proben bestimmen,
  • Schädlinge in Land- und Forstwirtschaft nachweisen,
  • Menschliche und tierische Parasiten bestimmen,
  • Artbestimmung in Zoos und botanischen Gärten vornehmen,
  • Unter Schutz stehende Arten am Zoll identifizieren,
  • Lebensmittelkontrolle durchführen,
  • biologische Aspekten der Forensik berücksichtigen.

Durchgeführt wird das Projekt an der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM).

Übersicht der teilnehmenden GBOL-Institute, Grafik: GBOL

Finanziell gefördert wird DNA-Barcoding-Projekt (Barcoding Fauna Bavarica) durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Schmidt
Zoologische Staatssammlung München (ZSM)
Münchhausenstraße 21
81247 München
Deutschland
Tel.: 089 8107-0

Kontakt

Stiftung für Mensch und Umwelt
Dr. Corinna Hölzer & Cornelis Hemmer
Hermannstraße 29, D - 14163 Berlin
Tel.: +49 30 394064-310

Bankinstitut: GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE71 4306 0967 1105 5066 00
BIC: GENODEM1GLS