Bienenprodukte und Rezepte

„Jeder sollte das liefern, was er am besten kann: der Arzt beurteilt, was dem Patienten gut tut. Der Imker erntet die entsprechenden Rohprodukte aus dem Bienenstock. Der Apotheker macht daraus Salben und Tinkturen. Imker sollten nicht versuchen, andere zu heilen oder Rezepturen zu mixen.“
Dr. med. Winfried Winter, Allgemeinmediziner und Apitherapeut, Seligenstadt

Bienenprodukten wie Honig, Propolis und Pollen wird in der Naturheilkunde eine Reihe von positiven Wirkungen nachgesagt. Einige davon sind auf den folgenden Tafeln aufgeführt. Die meisten dieser therapeutischen Wirkungen sind allerdings wissenschaftlich nicht belegt, nicht zuletzt deshalb, weil es kaum belastbare Untersuchungen zu diesen Produkten und ihren Wirkungen gibt. Die pharmakritische Arznei- und Gesundheitszeitschrift "Gute Pillen - schlechte Pillen" rät deshalb besonders bei ernsten Erkrankungen von Behandlungsversuchen mit Honig und Propolis ab. So enthalte Honig trotz des hohen Zuckergehalts Bakterien und Pilzsporen, die Wundinfektionen verursachen können. Krankenhäuser verwendeten daher bei Wundbehandlung – wenn überhaupt – nur sterilisierten Honig. Bei der Verwendung von Propolis bestehe die Gefahr allergischer Reaktionen, die zum Teil sehr schwer verlaufen.

Der Baum des Jahres 2018, die Edelkastanie und ihr Wert für Honigbienen

Illustration Edelkastanie (Castanea sativa)

Die Ess- oder Edelkastanie (Castanea sativa) ist eine bei Imkern beliebte Trachtpflanze. Die Honigbiene findet an der Edelkastanie in den floralen und extrafloralen Nektarien reichlich Zuckersaft. Der eingetragene Nektar wird zu bernsteinfarbenen bis rot-braunen Honig in die Waben eingelagert. Im Geschmack ist der Honig von Edelkastanien würzig herb. Die Konsistenz ist flüssig bis zähflüssig. Aufgrund seines hohen Fruktose-Anteil am Zuckerspektrum kristallisiert der Honig von Edel-Kastanien nur langsam aus.

 

Die Edelkastanie ist gut von der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) an ihren länglich-elliptischen und seitlich gezähnten Blättern zu erkennen. Die Rosskastanie blüht Ende April bis Mitte Mai. Im Juni fallen die länglichen hellen Blütenstände der Edelkastanie auf. Ihre Früchte, die Ess-Kastanien oder Maronen, sind unter Umständen mit den denen der Rosskastanie zu verwechseln. Die Edel-Kastanie kommt in den milden Gebieten Deutschlands, wie im Pfälzer Wald (Haardt), im oberen Rheintal und im Taunus sowie im Moseltal vor. Sie kommt mit trockenen und nährstoffarmen Böden zurecht. Botanisch ist sie eher mit Buchen als mit Rosskastanien verwandt.

Den römischen Siedler vor rund 2.000 Jahren schreiben wir die Verbreitung der Edel-Kastanie nördlich der Alpen zu.

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