Vielfältige Strukturen im Garten

Wildrosen- und Wildsträucherhecke

wildrosenbusch

Hecken im Garten müssen nicht gleichmäßig grün und akkurat geschnitten sein. Wenn Sie verschiedene Blühsträucher kombinieren, erhalten Sie eine Hecke, die zu jeder Jahreszeit anders aussieht, Bienen durchgängig Futter gibt und andere Tiere im Herbst mit Früchten versorgt. So könnte Ihre Pflanzenauswahl aussehen:

  • Die Felsenbirne bringt von April bis Mai weiße Blüten und trägt im Sommer süße, essbare Früchte. Im Herbst schmückt sie Ihren Garten mit einer schönen Laubfärbung.
  • Ein Sommerblüher ist die Hundsrose. Im Juni und Juli können Sie sich an den rosa Blüten, später im Jahr an den orangefarbenen Früchten erfreuen, die Sie als Hagebutten verzehren können.
  • Der Gewöhnliche Liguster blüht im Juni weiß und ist bei Bienen und Schmetterlingen sehr beliebt. Seine Früchte werden gerne von Vögeln verzehrt, sind für Menschen aber giftig.
  • Die Kornelkirsche blüht bei milden Temperaturen bereits im Februar, sonst im zeitigen Frühling. Sie hat zart gelbe, duftende Blüten und essbare Früchte.
  • Weitere geeignete Arten für eine naturnahe Hecke sind auch Berberitze, Weißdorn, Wolliger Schnellball, Eberesche und Wald-Geißblatt.

Es gibt ein paar Dinge, die Sie bei der Planung und Pflanzung einer blühenden Hecke beachten sollten:

  • Berücksichtigen Sie die Wuchshöhe und -form der einzelnen Blühsträucher. Pflanzen Sie wenn möglich niedriger wachsende Sorten neben höhere Sträucher.
  • Planen Sie ausreichenden Abstand zu Grundstücksgrenzen ein, da die Hecke sonst schnell auf andere Grundstücke ragen kann.
  • Die Hecke wird dichter, wenn Sie die Sträucher etwas versetzt pflanzen.


Literaturtipp:
Reinhard Witt: Naturnahe Rosen. Band 1 u. 2. Verlag Naturgarten, Ottenhofen 2011 (2. Auflage)

Kräuterspirale

Kräuterspirale

Neben Dill, Schnittlauch und Petersilie können Sie in einer Kräuterspirale getrost weitere 20 Arten sprießen lassen! Bereichern Sie Ihre Küche um Gewürze wie Rosmarin, Ysop und Thymian oder machen Sie leckere Teeaufgüsse aus Anis, Fenchel, Kamille, Salbei oder Melisse. Die meisten heilenden und würzenden Kräuter sind sonne- und wärmeliebend und mögen magere Böden. Wo diese Kräuter blühen, finden sich im Nu die unterschiedlichsten Wildbienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten ein. Ein Wildbienenhotel daneben angebracht, und schon können Sie oder Ihre Kinder sich auf interessante Beobachtungen aus der Nähe freuen. Sie errichten die Spirale aus Natursteinen, Steinschutt und wenig Erde. Der Vorteil einer spiralförmigen Struktur ist, dass auch bei kleiner Grundfläche viel Raum geschaffen wird. Außerdem herrschen am Fuß der Trockenmauer feuchtere und schattigere Bedingungen als an der Spitze. So werden Sie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Pflanzen gerecht. Grundgerüst einer jeden Kräuterspirale sind mehrjährige Pflanzen, dazwischen säen Sie ein- und zweijährige Kräuter aus.

Teich / Wasserstelle

naturgartenteich

Es muss nicht immer ein großer Teich sein. Schon die kleinste Wasserstelle mit flachem Ufer und ein paar Wasserpflanzen bietet Wasser für Bienen und Vögel und Lebensraum für Frösche und Molche. Probieren Sie es aus. Schon ein Quadratmeter Fläche genügt!

Tipps:
Anlage eines Gartenteichs (NABU)
Pflanzen für den naturnahen Gartenteich (NABU)

 

Trockenmauer

trockenmauer

Trockenmauern sind Natursteinmauern, deren Fugen nicht mit Mörtel verfüllt sind und deren Mauerfuß unbefestigt bleibt. So können Sie die Fugen bepflanzen – an Trockenheit und mageren Boden angepasste Pflanzen fühlen sich hier wohl. In den kleinen Mauernischen finden viele nützliche Insekten wie Wildbienen und Hummeln Unterschlupf. Der Bau einer höheren Trockenmauer ist anspruchsvoll und sollte gut geplant sein.

Mehr Informationen finden sie hier.

Lesesteinhaufen

lesesteinhaufen

Ein Lesesteinhaufen bietet wie eine Trockenmauer Versteckmöglichkeiten, Sonnenplatz und Winterquartier für viele Tiere, darunter Eidechsen, Schlangen, Lurche, Ameisen, Bienen und Grabwespen. Auch für wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen ist sie ein günstiger Standort. Die Errichtung eines Steinhaufens ist wesentlich einfacher als der Bau einer Trockensteinmauer. Er sollte in sonniger Lage platziert und möglichst windgeschützt sein.

Tipps:
Kurzhinweise zur Anlage von Steinhaufen (UMG Umweltbüro Grabher)
Praxismerkblatt Steinhaufen und Steinwälle (karch Koodinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz)

Totholzhaufen

totholzhaufen

Vor allem in größeren Gärten lässt sich an geeigneten Stellen Holz zu Reisig- oder Totholzhaufen aufschichten. Auch Laub, Wurzeln oder Aststücke können mit verwertet werden. Und selbst in kleinen Gärten gibt es die Möglichkeit, unter Sträuchern einen Totholzhaufen anzulegen. Ein Totholzhaufen bietet Lebensraum und Unterschlupf für viele Insekten- und Spinnenarten, Reptieln, Amphibien, Vögel und Kleinsäuger. Die Tiere finden im Totholzhaufen Entwicklungs-,  Überwinterungs- und Nistmöglichkeiten sowie Rückzugsgebiete. Auch einige Wildbienenarten legen ihre Eier in das Totholz. So ein Haufen kann z. B. Frösche, Molche (als Überwinterungsplatz), Spitzmäuse, Zauneidechse, Igel und Mauswiesel beherbergen. Außerdem bietet er Nistmöglichkeiten und reichlich Nahrung für Zaunkönig, Rotkehlchen und Grasmücke.

Tipps:
Infoblatt "Totholz im Garten" (Landesverband Rheinland der Gartenfreunde)

Habitatbäume

totholzhaufen

Bäume mit besonders hohem ökologischem Wert werden als Habitat- oder Biotopbäume bezeichnet. Sie bieten ungewöhnlich vielen Tieren, Pflanzen und Pilzen einen Lebensraum und stellen wichtige Mikrolebensräume dar. Meist finden sich hier auch zahlreiche hochspezialisierte und schützenswerte Arten ein. Habitatbäume gelten daher als Hotspots der Artenvielfalt. Es handelt sich dabei oft um sehr alte, teils bereits absterbende oder tote Bäume. Für einige Wildbienenarten sind gerade die abgestorbenen Teile von Bäumen wichtig, da sie dort ihre Brutkammern anlegen. Auch Kleingärten sind als Standort von Habitatbäumen wichtig.

Tipps:

Habitatbäume - Hotspots der Artenvielfalt (pdf)

Rückzugsorte im Winter

neuharlingersiel

Es ist eine Angewohnheit vieler Gartenbesitzer: Sie machen ihren Garten auf eine Art und Weise "winterfest", dass aber auch das letzte Blättchen in der braunen Mülltonne verschwindet. Kein Zweig bleibt liegen, alle Stauden werden kurz gestutzt und die Erde blank und schutzlos dem Winter überlassen. Und damit auch die in und auf dem Boden lebenden Bewohner. In der Natur kommt das nicht vor. Insekten, Würmer, Igel, Kröten, Blindschleichen und andere Tiere finden dort immer genügend Laub, Äste oder Mauerritzen, in denen sie sich im Winter gegen die Kälte schützen können. Viele Wildbienen zum Beispiel legen ihre Eier zwischen Frühjahr und Sommer in vorhandene oder selbst gebohrte Löcher in holzige Strukturen, in Stängel oder Steinnischen. Die Brut braucht eine Kälteperiode, bevor sie im Frühjahr als erwachsene Biene schlüpfen kann. Findet sie diese Schutzräume nicht, nützt ihr auch keine Blumenwiese im Sommer. Denken Sie daher auch in der kalten Jahreszeit an Biene und Co. Sie sind nur aus dem Auge, nicht aus der Welt. Lassen Sie also ruhig das Laub liegen und schneiden Sie Stauden nicht zurück – die Tiere werden es Ihnen danken.

 

Bildnachweise: © Cornelis Hemmer, Corinna Hölzer, Markus Gastl/ Hortus Insectorum, Kladu/pixelio.de