Schmetterlinge

Die Schmetterlinge Europas von 1910 (Autor A. Spuler, Illustration von M. Seeger)

Schmetterlinge (Lepidoptera) sind nach den Käfern die artenreichste Insekten-Ordnung überhaupt. Die deutsche Bezeichnung  „Schmetterling" stammt ursprünglich von Sahne, Rahm (niederdt. Schmant, österr. Schmetten) ab und geht auf die unbegründete Sage zurück, diese Insekten würden Milch, Schmant oder Butter saugen. Die Bezeichnung Schuppenflügler ist da schon treffender. Die Farbenvielfalt der Falter ergibt sich nämlich durch winzige Schuppen auf den Flügeln. 

Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Darunter ist auch die Gruppe der farbenfrohen Tagfalter mit 185 Arten inbegriffen. Traditionell stellt man die bunten Tagfalter den Nachtfaltern gegenüber. Dies kann missverständlich sein, da es eine Vielzahl von Nachtfaltern gibt die auch bei Tage fliegen. Dennoch soll der Begriff zur Vereinfachung im Weiteren verwendet werden.

Wie auch unsere Bienen durchliefen Schmetterlinge eine Koevolution parallel mit Blütenpflanzen. Dabei gibt es erste gesicherte Belege die auf die Unter-Kreide von vor 130 Mio. Jahren datieren. Tagfalter gliedern sich in die Familien Bläulinge, Würfelfalter, Dickkopffalter, Ritterfalter, Edelfalter und Weißlinge. Ihr Lebenszyklus ist der Metamorphose mit den Stadien Ei, Raupe, Puppe und Falter (Imago) unterworfen.

Männlicher Imago des Hauhechel-Bläulings (Polyommatus icarus) - überwintert als Raupe

Natürlichen Raubfeinde sind Säugetiere (Füchse, Mäuse und Fledermäuse) Vögel und andere Insekten(Käfer, Wespen, Spinnen, Wanzen, Raubfliegen). Aber auch Parasiten (Schlupfwespe, Raupenfliege und Milben) Krankheiten und Pilzen haben sie trotzen.

Durch ihre Vielfältigkeit und farbenprächtiges Erscheinungsbild waren Tagfalter lange Zeit sehr begehrte Sammelobjekte. Daher besteht ein vergleichsweise profundes Wissen über ihre Lebensweise, Vorkommen und Gefährdung. Wie auch der heimischen Bienenfauna, machen den Schmetterlingsarten Monokulturen in der Landwirtschaft, Pestizideinsatz, mangelnde Blühstreifen, Habitatverluste (z.B. Trockenlegung von Mooren), allgemeine Flächenversieglung und –verbrauch, genveränderte Pflanzensorten (z.B. Bt-Mais), Einbringung nichtheimischer Pflanzenarten, Klimawandel usw. schwer zu schaffen. Durch den Verlust ihrer Lebensräume stehen etwa zwei Drittel unserer heimischen Tagfalter auf der Roten Liste. Im Allgemeinen lässt sich konstatieren, die Spezialisten unter den Tagfaltern sind die Verlierer dieses Wandels. Auch wenn durch den verstärkten Stickstoffeintrag aus Industrie und Landwirtschaft Brennnesseln als Raupenfutterpflanzen wuchern, so fehlt es an Blühflächen auf mageren Standorten für die Falter.

Schmetterlingsporträts

Stark gefährdeter Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) - Weibchen

Tagfalter werden gern als Indikatoren genutzt um Aussagen über die Qualität eines Lebensraumes zu treffen. Sie helfen beispielsweise dabei die Auswirkungen des Klimawandels zu beurteilen, da sich Änderungen der Artzusammensetzung,  Abnahmen im Bestand oder regionale Aussterbeereignisse mittels Monitoring-Programmen (z.B. Tagfalter-Monitoring Deutschland) gut quantifizieren lassen. Fest steht: Die Vielfalt schwindet! Eine Vielzahl von Tagfaltern findet sich auf der Vorwarnliste oder in konkreten Gefährdungskategorien der Roten Liste. Bekannte Beispiele sind:  Ameisenbläulinge (Phengaris spec.), Eisvögel (Limenitis spec.), Großer Schillerfalter (Apatura iris), Schwalbenschwanz (Papilio machaon) uvm. Es gibt jedoch Arten die noch häufig anzutreffen sind. Im Folgenden sollen diese in Form von Artporträts vorgestellt werden.

Admiral (Vanessa atalanta)
Einzelnes Ei eines Admirals - typische Form für Edelfalter

Merkmale: Der bis zu 65mm große Admiral ist einer der größeren Schmetterlingsarten Deutschlands und gehört zur Gattung der Edelfalter (Nymphalidae). Seine Grundfarben sind dunkelbraun und schwarz. Auf der Mitte der Vorderflügle besitzen sie eine markante breite rote Binde. Die Weibchen haben zusätzlich einen weißen Fleck in der roten Binde. Auch die Hinterflügel zeigen auf ihrer Oberseite eine rötliche Binde, welche hier an den Flügelenden zu sehen ist. Diese wird durch eine gepunktete schwarze Linie geziert welche zur Körpermitte eine Blaufärbung aufweist. Die Flügeloberseiten sind an ihren äußersten Rändern durchgängig mit unterbrochenen weißen dünnen Linien versehen. Die Unterseite der Hinterflügel ist hellbraun marmoriert. Seine Vorderflügel zeigen auf der Unterseite ebenfalls ein buntes Muster mit blauer, schwarzer, roter und brauner Färbung.
Typisch für Edelfalter sind die hellgrünen ovalen Eier mit zehn bis zwölf weißlichen Längsrippen. Die bis zu 40mm langen eher unauffälligen Raupen sind in ihrer Grundfärbung grau oder braun bis schwarz. An ihren Seiten befinden sich eierschalenfarbene Streifen. Zusätzlich verfügen sie über gelbe und schwarze Dornen entlang des gesamten Körpers.

Admiral als Falter (Imago)

Lebensraum: Im Unterschied zu vielen anderen heimischen Edelfaltern findet man den Admiral, neben seinen europäischen Verbreitungsgebieten bis Südskandinavien und Südengland, auch in Nordamerika bis Guatemala und Haiti, Neuseeland und Nordafrika. Ebenso der Westen Asiens zählt zu seinem Lebensraum. Waldwege und Waldränder, offene Wiesen und Weidelandschaften, Obstwiesen, Uferböschungen sowie städtische Parks, Gärten und Brachen werden von ihm besiedelt. Durch seine vielfältigen Lebensräume ist der Admiral ein echter Ubiquist. Durch den globalen Temperaturanstieg erschließen ihm sich weitere Lebensräume.

Lebensweise: Der farbenprächtige Wanderfalter fliegt in einer Generation von Juni bis Oktober. Die maximale Lebenserwartung der Falter wird auf 60 Tage geschätzt. Bisher nahm man an, der Admiral überwintert nur in wärmeren Regionen Deutschlands als Falter. Neuere Erkenntnisse zeigen das er aufgrund des Klimawandels mittlerweile überall in Deutschland überwintern kann. Für gewöhnlich flogen sie im Frühjahr ein und im Oktober wieder in südlichere Gefilde in ihre Überwinterungsquartiere aus. Sie beginnen im Mai mit der Eiablage. Die einzeln abgestreiften Eier finden sich an den Blatträndern von Brennnesselgewächsen (Uriticaceae) und weiter südlich auch an Glaskräutern (Parietaria). Bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte werden für die Kinderstube aufgesucht. Nach spätestens zehn Tagen schlüpfen die hellbraunen Jungraupen. Ihre Färbung folgt mit zunehmendem Alter dem schwarzen Kopf der Jungraupe. Ihr typisches gepunktetes Farbmuster nehmen sie bereits ab der 2. Häutung an. Um Fraßfeinden zu entgehen schützt sich die Raupe indem sie sich in die Blatttüte eines welkenden Blattes begibt und dieses von der Spitze her befrisst. Insgesamt durchläuft sie fünf Häutungen bis zur Verpuppung. Wie auch bei anderen Edelfaltern üblich benötigt die Entwicklung zur Stürzpuppe etwa vier Wochen. Diese grau braune Puppe mit ihren metallischen Flecken und Dornen befindet sich häufig in der Blatttüte der ehemaligen Raupe. Nach etwa zehn Tagen befreit sich dann der Falter und geht auf Nahrungssuche.

Admiral auf toter Kröte

Nahrung: Neben den Brennnesseln als Futterpflanze für die Raupengeneration fliegt der Admiralsfalter auf die Blüten von Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), Wasserdost (Eupatorium spec.) Efeu (Hedera helix) und im Spätsommer auf aufgeplatztes Fallobst als Nahrungsquelle.

Besonderheiten: Verwechslungsgefahr der Raupen besteht mit denen des Distelfalters. Die Nachkommen des Admirals sind jedoch fülliger. Gelegentlich wird von einer Massenvermehrung der Raupen des Admirals berichtet. Dies hängt, ähnlich wie beim Tagpfauenauge, mit hohen Stickstoffeinträgen und einem vermehrten Wachstum von Brennnesseln zusammen.

C-Falter (Polygonia c-album)
Raupe des C-Falters nach der 4.Häutung

Merkmale: Dieser in Form und Farbe sehr auffällige Tagfalter kann eine Flügelspannweite von bis zu 50mm erreichen und hat damit in etwa die Größe des Zitronenfalters. Die orange gefärbten Oberseiten der Flügel sind sehr variabel. Das Fleckmuster auf orangefarbenen Grund ist schwarz, braun und gelb gezeichnet. Die Flügelunterseiten sind je nach Generation unterschiedlich gefärbt. In der Frühjahrsgeneration zeigen sich diese meist in hellem braun, grau oder gelb. In der zweiten Generation sind die Flügelunterseiten dunkler gefärbt, mit einer zusätzlichen dunklen Marmorierung, dabei sind die Flügeloberseiten jedoch heller gefärbt. Diese Unterscheide im Verlauf eine Jahres nennt man Saisondimorphismus. Unabhängig von der Generation ist die namensgebende kleine weiße C-förmige Zeichnung auf der Unterseite des Hinterflügels. Zudem sind die Flügelhinterkanten stets grob gefranst. Die Weibchen des C-Falters sind wie bei den meisten Faltern etwas größer als die männlichen Falter. 
Die hellgrünen Eier sind oval und weißlich längs gerippt. Die bis zu 30mm langen ausgewachsenen Raupen besitzen im vorderen Teil rotbraune Dornen, sind am Körperende und in der Mitte weiß mit weißen bzw. gelben Dornen und ansonsten schwarz gezeichnet. Die Kopfkapsel dieser farbenfrohen Raupe ist zusätzlich mit zwei schwarzen Dornen ausgestattet. Die weiße Zeichnung soll Vogelkot imitieren und somit vor Prädatoren abschrecken. 

Flügelunterseite C-Falter mit namensgebenden weißen C

Lebensraum: Der C-Falter gehört zu den Edelfaltern (Nymphalidae) und ist in Europa weit verbreitet. Seine natürliche Grenze befindet sich bei 66° n.Br. im Norden. Außerdem findet man ihn in Nordafrika, und im Wald- und Waldsteppengürtel Eurasiens bis nach Japan. Man findet ihn an Waldwegen und –rändern, dabei hat er eine Vorliebe für feuchte Standorte. Besonders gern fliegt er auf südexponierte Salweiden-, Hasel- und Ulmengebüsche, sowie diverse Beerensträucher. Dies zeigt die Vorliebe der Raupenfutterpflanzen. Dabei ist der Falter im Allgemeinen recht häufig, jedoch trifft man ihn im Süden Deutschlands häufiger an als im Norden.  

Lebensweise: Polygonia c-album fliegt in unseren Breiten in einer (ab Juli, nach der Überwinterung bis Juni) oder zwei Generationen von Ende Juni bis Ende Juli und von Mitte August und nach der Überwinterung bis Anfang Juni des FolgejahresNeben Admiral, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Trauermantel, Großer Fuchs und Kleiner Fuchs gehört der C-Falter zu jenen heimischen Arten die bei uns als Falter überwintern. Daher ist er bei günstiger Witterung gelegentlich bereits im Februar zu beobachten und somit einer der ersten Falter des Jahres. Die Eiablage der ersten Generation erfolgt ab April zumeist einzeln  auf der Großen Brennnessel (Urtica dioica), Sal-Weide (Salix caprea) oder anderen Raupenfutterpflanzen. Dabei legt das Weibchen bis zu 250 Eier ab. Die Raupen schlüpfen nach spätestens neun Tagen und häuten sich im Verlauf ihres 25 Tage währenden Zyklus vier Mal. Die unverwechselbare Stürzpuppe besitzt silbrige Flecken und markante Kopfhörner. Bis zu 18 Tage sind erforderlich bis sich der Falter aus seiner Puppe entfalten kann.

C-Falter auf Porree-Blüten (Allium porrum)

Nahrung: Neben den bereits genannten Raupenfutterpflanzen sind noch Ulme (Ulmus spec.), Hasel (Corylus spec.), Stachelbeere (Ribes uva-crispa) und Johannisbeere (Ribes spec.) sehr begehrt. Als Nahrungsquellen besucht der C-Falter Sal-Weide (Salix caprea), Schlehdorn (Prunus spinosa), Sommerflieder (Buddleja spec.), diverse Distel-Arten und Dost (Origanum spec.) Im Spätsommer ist er auch oft auf Fallobst zu beobachten. Der Gemeine Efeu (Hedera helix) dient dem C- Falter nicht nur als Nahrungsquelle sondern auch als Winterdomizil.

Besonderheiten: Der C-Falter ist fast überall recht häufig zu finden. Sofern man seine gut getarnten Eier findet ist er recht einfach auf Brennnesseln zu züchten.

Distelfalter (Vanessa cardui)
Unter- und Oberseite des Distelfalters

Merkmale: Dieser zu den Edelfaltern gehörende heimische Schmetterling erreicht eine maximale Flügelspannweite von 60mm. Die Grundfarbe des Distelfalters ist orange mit einem schwarzen Fleckenmuster. Dabei sind seine vorderen Flügeloberseiten dem des Admirals mit schwarzer Färbung und weißen Flecken sehr ähnlich. Die Hinterflügel besitzen mehrere schwarze Punkte. Die Inenseite der Hinterflügel sind weiß gefärbt. An den Flügelrändern der Oberseite hat er eine unterbrochene dünne weiße Linie. Auch die Unterseite zeigt ein farbenprächtiges Muster. Die Vorderflügel ähneln der Oberseite, beinhalten jedoch mehrere weiße Flecken. Die Hinterflügel hingegen sind braun und weiß marmoriert mit zusätzlichen Augenflecken an den Außenseiten.
Seine ovalen Eier sind hellgrün und weiß längs gestreift. Die jungen Raupen sind durchweg schwarz, mit gelben Streifen/Flecken  und gelben Dornen besetzt. Sie können aber auch rötlich oder silbergrau in Erscheinung treten.

Raupe des Distelfalters auf dem Weg zu ihrem Gespinst

Lebensraum: Der Distelfalter hat eine weltweite Verbreitung bis in eine Höhe von 3.000m ü.NN, er fehlt lediglich in Südamerika und an Nord und Südpol. Daher findet man ihn auch in ganz Europa auf trockenem Ödland, Brachen, Wachholderheiden, Feldwegen, Äckern und Wiesen aber auch im Siedlungsbereich. Man findet ihn überall wo blütenreiche Standorte zu finden sind. Er favorisiert Offenland, weshalb er Wälder eher meidet.

Lebensweise: Dieser farbenfrohe Wanderfalter fliegt jedes Jahr im April und Mai in mehreren Schüben aus Nordafrika in seine nördlichen Sommerquartiere. Man konnte nachweisen, dass diese Tiere bis zu 15.000km im Jahr zurücklegen. Je nach klimatischen Konditionen bildet der Distelfalter ein bis zwei Generationen aus, bevor er im September seine Rückkehr südlich der Alpen antritt. In Mitteleuropa kommt es ab Ende Mai zur Ablage einzelner Eier, zumeist auf Disteln gelegentlich auf Brennnesseln (Uriticaceae). Die Raupen schlüpfen nach einer Entwicklungszeit von maximal acht Tagen. Diese fressen zunächst an der Blattunterseite und erst später auf der Oberseite. Für dieses Stadium benötigt der Distelfalter 28 Tage, bevor er sich zu einer schlanken Stürzpuppe verpuppt. Diese  silbergrauen, manchmal metallisch goldgefärbten Puppen geben nach zehn bis 14 Tagen den vollentwickelten Falter preis. 

Distelfalter beim Abflug von Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Nahrung: Wanderfalter nehmen die beschwerliche Reise auf sich um eine optimale Nahrungsversorgung zu gewährleisten. Außerhalb der Hauptblütezeit in Afrika nutzen sie das Nahrungsangebot daher auch in unseren Breiten, ähnlich wie z.B. der Admiral. Die Raupen des Distelfalters verzehren vorwiegend Distel, besonders Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense). Brennnesseln (Uriticaceae), Malven (Malva), Hopfen (Humulus), Huflattich (Tussilago farfara),  Natternkopf (Echium spec.) und diverse Ackerpflanzen stehen ebenso auf ihrem Speiseplan. Die Falter haben eine ausgemachte Schwäche für den tiefliegenden Nektar von Disteln (Carduus spec. und Cirsium spec.). Violette Blüten haben es ihene generell angetan. Insbesondere Flockenblumen  (Centaurea), Rotklee (Trifolium pratense), Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) und Wasserdost (Eupatorium cannabinum) ziehen sie an. Aber auch Luzernfelder sind gern gesehen.

Besonderheiten: Aufgrund seiner Färbung kann man ihn mit dem Kleinen Fuchs oder Admiral verwechseln. Die Populationszahlen der Jahrgänge sind starken Schwankungen unterweorfen. So kann es in einem Jahr zu regelrechten Massenverbreitungen kommen und in einem anderen fliegen dann nur wenige Exemplare.

Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)
Ei des Faulbaum-Bläulings an einem Blutweiderich (Lythrum salicaria)

Merkmale: Dieser kleine Tagfalter gehört zu den Echten Bläulingen (Polyommatinae) und weist eine Flügelspannweite von maximal 30mm auf. Männchen und Weibchen haben eine pastellblaue Färbung der Flügeloberseiten gemein. Bei den Weibchen ist diese durch breite schwarze Flügelränder und bei Männchen durch dünne schwarze Ränder begrenzt. Die Weibchen der zweiten Generation zeigen dabei einen noch breiteren Rand als die der ersten. Beide Geschlechter des Faulbaum-Bläulings sind auf den Flügelunterseiten durch eine eisblaue bis weißgraue Färbung und eine Vielzahl von kleinen schwarzen Flecken gekennzeichnet.
Die flachen diskusförmigen Eier besitzen die für Bläulinge typische weiße Färbung und eine netzartige Feinstruktur. Die Raupen des Bläulings zeigen von rotbraun bis hellgrün eine sehr variable Farbgebung auf. Zusätzlich besitzen sie einen rosafarbenen Längsstreifen an der Körperseite und auf dem Rücken.

Weiblicher Falter des Faulbaum-Bläulings

Lebensraum: Der Faulbaum-Bläuling gilt als weit verbreitete Art in Europa und Nordwestafrika. Durch seine Bindung an Bäume und Sträucher findet man ihn an gebüschreichen Stellen von Waldsäumen und Wiesen, Weiden und Lichtungen. Aber auch Uferzonen, Brachen und städtische Bereiche nutzt er für seine Proviantierungsflüge. Er besiedelt unterschiedliche Lebensräume, ist von seiner Lebensweise her jedoch ein typischer Laubwaldbewohner und favorisiert feuchte bis halbtrockene Au- und Laubmischwälder.

Lebensweise: In seiner Flugzeit von April bis September tritt der Faulbaum-Bläuling in zwei Generationen auf. Die erste Generation ist von April bis Juni anzutreffen, die zweite fliegt dann ab Juli bis maximal in den September hinein. Die Tiere überwintern stets als Puppe. Die Eiablage erfolgt zumeist einzeln auf Luzerne (Medicago sativa) und anderen Raupenfutterpflanzen. Bereits nach sechs Tagen schlüpfen die Raupen um sich zugleich auf die Futterpflanzen zu stürzen. Eine Besonderheit des Faulbaum-Bläulings ist die Symbiose seiner Raupen mit Ameisen. Diese beschützen die Nachkommen vor Fressfeinden und erhalten im Gegenzug zuckerhaltige Nahrung in Form eines abgesonderten Sekrets von den Raupen. Es gibt noch weitere Symbiosen von Schmetterling und Ameisen. Insbesondere die Ameisenbläulinge profitieren von dieser evolutionären Übereinkunft. Nach spätestens 27 Tagen kommt es zur Bildung der braunen Gürtelpuppe, aus der sich dann der vollentwickelte Faulbaum-Bläuling befreit.

Faulbaum-Bläuling auf der Blüte eines Faulbaums (Frangula anus)

Nahrung: Die Raupen nutzen als Futterpflanzen vorwiegend Faulbaum (Frangula anus), Hartriegel (Cornus spec.), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Luzerne (Medicago sativa), Johannisbeere (Ribes spec.) und Efeu (Hedera helix). Aber auch andere Krautpflanzen und Sträucher dienen ihnen als Nahrung. Damit verfügen sie über ein wesentlich breiteres Nahrungsspektrum als viele andere Schmetterlingsraupen. Auch die Falter sind regelrechte Nahrungsgeneralisten. Brombeere (Rubus spec.), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Dost (Origanum spec.), Faulbaum (Frangula anus), Heidekraut (Erica spec.) und Luzerne (Medicago sativa) sind nur eine Auswahl seiner Nektarquellen. Zudem saugen sie an Kot verschiedener Tiere und dem Honigtau der Blattläuse.

Besonderheiten: Ihre Bestimmung im Feld ist nicht so einfach wie dies bei manch anderen Arten der Fall ist. Anhand der Zeichnung auf den Flügelunterseiten kann man den Faulbaum-Bläuling jedoch gut identifizieren und von anderen Arten unterscheiden. Als einer der ersten Bläulinge des Jahres kann man ihn in den letzten Jahren auch vermehrt in Hausgärten beobachten.

Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
Raupen des Großen Kohlweißlings - noch in Gemeinschaft

Merkmale: Der zu den Weißlingen (Pieridae) zugehörige Große Kohlweißling erreicht eine maximale Flügelspannweite von 60mm. Die weißen Flügeloberseiten des Tagfalters besitzen dunkelgraue Spitzen. Bei den Weibchen treten zwei schwarze Flecke auf den Vorderflügeln auf. Die dunkelgraue bis weiße Färbung zeigt sich bei beiden Geschlechtern ebenfalls an der Unterseite der Vorderflügel. Die Hinterflügel der Falter sind oben weiß mit gräulichen Randflecken, wobei diese bei den Weibchen zumeist kräftiger bestäubt sind als die der Männchen.
Die spindelförmigen Eier des Großen Kohlweißlings ähneln denen des Zitronenfalters. Sie weisen jedoch eine gelbe Färbung auf. Die Raupen sind von grüngelber, bzw. blaugelber Grundfarbe mit über den Körper verteilten schwarzen Punkten und weißer dünner Behaarung. Im Laufe ihrer Entwicklungsstadien färben sich die Raupen immer dunkler und legen auch an Behaarung zu. Ausgewachsene Raupen erreichen eine Körperlänge von bis zu 45mm  

Große Kohlweißlings-Pärchen

Lebensraum: Der bekannte Tagfalter findet seine Verbreitung von Nordafrika bis Skandinavien und ist dabei oft in großer Individuenzahl anzutreffen. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Gebiet in Asien bis nach Japan ausgedehnt. In nördlichen Gefilden ist er jedoch als Wanderer unterwegs. Sein natürlicher Lebensraum sind die Küstenregionen mit den dortigen heimischen wilden Kohlarten (z.B. Meerkohl Crambe spec.). Durch seine geringen Ansprüche an seinen Lebensraum kommt der Große Kohlweißling überall im Offenland vor. Als Binnenwanderer findet er sich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, Waldrändern und Wiesen oder Ruderalflächen, überall dort wo Raupenfutterpflanzen für seine Nachkommenschaft zu finden sind.

Lebensweise: Er fliegt in zwei bis vier Generationen, erscheint dabei ab März/April und fliegt bis in den Oktober hinein. Die Zweite Generation erscheint dann ab Ende Juni, die dritte ab September, gefolgt von einer möglichen vierten Generation. Die Überwinterung überdauert Pieris brassicae als Puppe. Ihre Entwicklungszeit wird mit maximal 26 Tagen angegeben. Wie auch beim Kleinen Fuchs und dem Tagpfauenauge werden Eigelege, bzw. Eispiegel auf die Blätter der Raupenfutterpflanzen positioniert. Dabei legt das Weibchen ab Mai Gruppen von bis zu 50 Eiern ab. Noch im September werden weitere Eigelege an die Unterseite von Kohlpflanzen gelegt. Bis zu sieben Tage benötigen die Raupen um zu schlüpfen. Nach bis zu vier Wochen Nahrungsaufnahme und mehreren Häutungen verpuppt sich die Raupe schließlich zu einer Gürtelpuppe. Sie nutzen dafür trockene, halbschattige Bereiche. Die gelbgrüne mit schwarzen Punkten und Flecken übersäte Puppe ist in der Lage in diesem Zustand zu überwintern, sofern es sich um eine sehr späte Generation handelt. Für gewöhnlich entwickeln sich die Puppen im Sommer innerhalb von maximal 16 Tagen zu einem vollentwickelten Großen Kohlweißling.

Großer Kohlweißling - Männchen

Nahrung: Wie der Name bereits andeutet favorisiert dieser Kulturfolger diverse Kohlarten (Brassica), welche in erster Linie als Raupenfutterpflanzen dienen. Aber auch andere wilde Kreuzblütler (Brassicaceae), insbesondere Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus),  Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) und Raps (Brassica napus) kommen als Kinderstube in Frage. Die Falter besuchen u.a. Disteln (Cirsium spec. und Carduus spec.), Echten Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis),  Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum), Klee (Trifolium spec.), Luzerne (Medicago sativa), Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) und Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis).

Besonderheiten: Da er als Schädling gilt kommt in der Landwirtschaft die Kohlweißlings-Schlupfwespe (Cotesia glomerata) als Parasitoid zum Einsatz. Neben der Warnfarbe der Raupen nehmen sie aus ihren Futterpflanzen Schwefelverbindungen auf, die sie in der Folge selbst zur chemischen Feindabwehr nutzen.

Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)
Ei des Kleinen Feuerfalters auf Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)

Merkmale: Dieser kleine Falter erreicht eine maximale Flügelspannweite von 27mm. Entgegen seiner Familienbezeichnung ist der Bläuling durch eine orangerote Färbung der Vorderflügeloberseiten mit schwarzen Würfelflecken gekennzeichnet. An dessen Außenrand befindet sich ein dunkelbrauner Saum mit einer durchgehenden dünnen weißen Linie am äußersten Rand. Die Hinterflügel zeichnen ein entgegengesetztes Bild zu den Vorderflügeln. Hier sind die flächigen Bereiche zur Körpermitte dunkelbraun und die Außenränder zeigen einen orangeroten Saum, wiederum mit dunklen Würfelflecken. Auch auf den Hinterflügeln ist am äußersten Rand eine durchgehende weiße Linie ersichtlich. Die grauen Flügelunterseiten der Hinterflügel haben eine schwach entwickelte und kaum erkennbare Punktzeichnung. Die Unterseite der Vorderflügel ist der Oberseite vom Muster her sehr ähnlich, unterscheidet sich jedoch durch eine matte graubraune Grundfarbe.    
Die rundlichen weißen Eier sind typisch für die Familie der Bläulinge, sind aber leicht durch die grobwabige golfballähnliche Struktur zu identifizieren. Die bis zu 15mm großen Raupen sind zumeist grün gefärbt und besitzen weiße Punkte. Sie können auch eine Rotfärbung aufweisen und besitzen eine rote Rückenlinie.  

Kleiner Feuerfalter bei der Paarung

Lebensraum: Der Kleine Feuerfalter ist in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet. Er besiedelt den Nordosten Nordamerikas, gesamt Europa, Nordafrika und die gemäßigten Breiten Asiens. Zu seinen bevorzugten Habitaten gehören Ruderalflächen, Magerrasen, Binnendünen, Wegränder, Fettwiesen und Brachen – jegliche extensiv genutzte Grünfläche kann von ihm genutzt werden. Dabei mag er vor allem Offenland mit lückenhafter Vegetation, mäßigem Sticksoffeintrag und sandigen Böden.   

Lebensweise: Je nach Region durchläuft der Kleine Feuerfalters bis zu vier Generationen die zumeist nicht klar voneinander abzugrenzen sind. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Ende April/Anfang Mai bis in den Oktober hinein. Je nach Futterangebot kann man sie auch auf Spätblühern noch im November beobachten. Lycaena phlaeas überwintert als Jungraupe, welche auf Sauerampfern (Rumex spec.) als Futterpflanze angewiesen ist. Dies scheint eine der wenigen Reglementierungen für seinen Lebensraum zu sein. Auch andere Feuerfalter-Arten nutzen saure und nichtsaure Ampfer-Arten als Raupenfutterpflanzen. Die Eier werden einzeln oder paarweise von Mai bis Oktober am Blattstiel der Sauerampfer abgelegt. Die Raupen schlüpfen nach spätestens zehn Tagen. Die solitär lebenden Raupen sind durch ihre Grünfärbung gut getarnt. Zur Verpuppung werden zwei bis fünf Wochen angegeben. Sofern die Puppen nicht überwintern durchlaufen sie eine Entwicklungszeit von maximal 21 Tagen. 

Weibchen des Kleinen Feuerfalters

Nahrung: Zu den häufigsten Raupenfutterpflanzen gehören Kleine Sauerampfer (Rumex acetosella), Wiesen Sauerampfer (Rumex acetosa). Seltener findet man die Nachkommen des Kleinen Feuerfalters auf Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius). Der polyphage Bläuling ernährt sich von Berg-Aster (Aster amellus), Glocken-Heide (Erica tetralix), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Rossminze (Mentha longifolia), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), Margerite (Leucanthemum vulgare) und Thymian (Thymus spec.).

Besonderheiten: Der Kleine Feuerfalter ist nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV 2005) besonders geschützt, gilt aber in der Roten Liste als nicht gefährdet. Selbst im Herbst kann man ihn noch häufig beobachten. In Süddeutschland fliegen die Falter teilweise bis in den Dezember hinein.

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
Raupengespinst Kleiner Fuchs auf Großer Brennnessel (Urtica dioica)

Merkmale: Ein weiterer Vertreter der Gattung Edelfalter (Nymphalidae) ist der Kleine Fuchs mit einer Flügelspannweite von bis zu 50mm. Dieser auch als Nesselfalter bezeichnete Schmetterling zeigt eine orangene Grundfärbung der Flügeloberseiten mit dunkelbraunen Flügelansätzen. Die Vorderflügel zeigen eine Zeichnung mit schwarzen, gelben und weißen Flecken im vorderen Bereich. Zusätzlich verfügt das Muster über einen schwarzumfassten cyanblauen Fleckensaum am Rand beider Flügelpaare. Ihre Größe und Färbung kann regional unterschiedlich sein.
Die hellgrünen Eier sind wie bei Edelfalter häufig rundlich und weißlich längsgerippt, sie ähneln kleinen Stachelbeeren. Die Raupen des Kleinen Fuchses werden maximal 30mm lang, haben eine schwarze Grundfarbe und sind weiß gefleckt mit unterbrochenen gelben Streifen auf der Körpermitte. An den Körperseiten besitzt die Raupe schwarze und gelblich-weiße Dornen. Ihre Unterseiten sind braun mit rotbrauner Zeichnung.

Kleiner Fuchs Falter (Imago)

Lebensraum: Der Kleine Fuchs ist in Europa nahezu überall verbreitet. Er tritt immer dort auf, wo er ausreichend Nahrung für seine Raupen in Form der Großen Brennessel (Urtica dioica) findet. Des Weiteren hat er ein weites Verbreitungsgebiet auf der asiatischen Landmasse bis zum Pazifik. Als echter Generalist besiedelt er verschiedenste Lebensräume, wobei er nicht nur weit verbreitet sondern auch recht häufig ist. Seine Häufigkeit ist jedoch von Jahr zu Jahr sehr schwankend. Man kann ihn in allen Offenland-Biotopen beobachten. Auch im städtischen Bereich findet man den Falter in Gärten, an Wegen und Parkanlagen.

Lebensweise: Je nach klimatischen Bedingungen fliegt er in ein (Mai bis August) bis drei (Mai bis Oktober) Generationen. Je wärmer die Region, desto mehr Generationen sind möglich. Die Überwinterung erfolgt als Falter auf Dachböden, in Garagen und Kellern oder anderen natürlich geschützten Stellen (z.B. Baumhöhlen). Sie fliegen gelegentlich zum sonnenbaden bereits ab Februar, sicher jedoch mit der neuen Saison ab März/April. Als einer der häufigsten Falter kann man ihn als einen der ersten des Frühjahrs beobachten. Ähnlich wie das Tagpfauenauge legen die Weibchen  Eigelege mit 50 bis 200 Eiern auf den Blättern der Brennnesseln ab. Nach spätestens zehn Tagen schlüpfen die braun transparenten Raupen und tummeln sich in einem Gespinst. Die Raupen durchlaufen insgesamt fünf Häutungen in ihrem Zyklus, bevor sie sich nach etwa vier Wochen zu einer braunen oder hellgrünen Stürzpuppe mit Dornen entwickeln. Diese ist gelegentlich auch golden gefärbt und gibt nach etwa 10 Tagen den Falter frei.

Kleiner Fuchs Falter (Imago)

Nahrung: Die Raupen ernähren sich überwiegend von der Großen Brennnessel (Urtica dioica). Auch Hopfen (Humulus lupulus) wird gern aufgesucht. Die ausgewachsenen Falter folgen einem breiteren Nahrungsspektrum und suchen über 200 bekannte Nektarpflanzen auf. Zu ihren wesentlichen Futterpflanzen gehören  Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), Dahlien (Dhalia spec.), Astern (Aster spec.), Wasserdost (Eupatorium spec.), Luzerne (Madicagoo sativa) und Kratzdisteln (Cirsium spec.).

Besonderheiten: Verwechslungsgefahr besteht mit dem Großen Fuchs (Nymphalis polychloros). Dieser ist, wie der Name bereits andeutet, größer jedoch wesentlich  seltener als der Kleine Fuchs. Die Eigelage des Kleinen Fuchs ähneln stark denen des Tagpfauenauges (Nymphalis io).

Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)
Kleines Wiesenvögelchen (Imago) bei der Nahrungsaufnahme

Merkmale: Der Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) erreicht eine maximale Flügelspannweite von 33mm. Seine Flügeloberseiten sind bräunlich bis orange gefärbt und besitzen einen diffusen grauen Rand. Charakteristisch ist der dunkle Punkt mit hellem Fleck in der Mitte an der Spitze der Vorderflügel. Die Unterseite des Kleinen Wiesenvögelchens sind kräftig orange gefärbt und besitzen einen hell umrandeten Augenfleck mit weißem Fleck in der Mitte. Weniger auffällig sind die Unterseiten der Hinterflügel mit variabler weißgelblicher, bzw. grauer Färbung und einer hellen Querbinde.
Die kegelförmigen Eier hängen einzeln an trockenen Stängeln in Bodennähe in Grasbeständen. Diese sind zunächst grün, eh sie sich ins gelbe verfärben. Die Raupen sind bis zu 24mm lang, besitzen eine helle Grün- bzw. Braunfärbung mit dunklen Streifen und hell gesäumten Rändern auf dem Rücken. Die Stürzpuppe von Coenonympha pamphilus besitzt  ebenfalls meist eine grüne Färbung mit ein bis zwei dunklen Streifen mit hellen Säumen auf den Flügelscheiden.    

Lebensraum: Das Kleine Wiesenvögelchen, auch als Kleiner Heufalter bezeichnet, ist in nahezu ganz Europa verbreitet. Es findet weitere Ausbreitung in Nordafrika, der Türkei, über den Mittleren Osten bis in die Mongolei. In den Alpen kann man es bis in eine Höhe von 2000m ü.NN finden. Ihre bevorzugten Habitate sind Flächen des grasigen Offenlandes. Wiesen, Weiden, Mager- und Trockenrasen, Böschungen, Weg- und Feldränder sowie Sand- und Kiesgruben gehören somit zum bevorzugten Lebensraum. Aber auch auf Ruderalflächen ist es oft zu finden.

Kleines Wiesenvögelchen auf Raupenfutterpflanze

Lebensweise: Die Flugzeit erstreckt sich hierzulande in bis zu drei Generationen (multivoltin) von April bis in den November hinein. Die separat abgelegten Eier bringen bereits nach zehn bis zwölf Tagen die Raupen zum Vorschein. Die Raupen des Kleinen Wiesenvögelchens können in jedem Raupenstadium überwintern und zunächst noch eine Sommerpause einschieben. Wie bereits angedeutet, verpuppen sich die Tiere in Bodennähe an Pflanzenstängeln, was in etwa nach fünf Wochen erfolgt. Ihre Entwicklungsdauer ist abhängig vom Zeitpunkt der Eiablage. Demzufolge können sich die Raupen entweder früh verpuppen und bereits nach wenigen Wochen schlüpfen, oder in der letzten Generation als Halbwüchsige überwintern. Der vollentwickelte Falter schlüpft darauf innerhalb weniger Tage.      

Nahrung: Bevorzugte Futterpflanzen der Raupen sind u.a. Echter Schafschwingel (Festuca ovina), Wiesenrispengras (Poa pratensis) und diverse Süßgrasarten wie Borstgräser (Nardus), Ruchgräser (Anthoxanthum), Straußgräser (Agrostis) und Traubenhafer (Danthonia). Die Falter suchen nach Blütennektar von Wiesenkräutern und Stauden wie Schafgarbe (Achillea millefolium), Schneckenklee (Medicago spec.), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Gewöhnlichem Blutweiderich (Lhytrum salicaria) Rainfarn (Tanacetum vulgare), Wasserdost (Eupatorium spec.) und Feld-Thymian (Thymus pulegioides). Daher sind neben Hülsenfrüchtlern und Lippenblütlern insbesondere Korbblütler seine favorisierte Nektarquelle.

Besonderheiten: Es gilt als häufigste Wiesenvögelchen-Art. Die Unterfamilie der Augenfalter beinhaltet allein für den deutschsprachigen Raum etwa 60 Arten. Neben wenigen anderen Arten kann man diesen Tagfalter auch noch auf intensiv bewirtschafteten Wiesen antreffen.  

Tagpfauenauge (Aglais io)
Raupe des Tagpfauenauges mit den deutlich erkennbaren Dornen

Merkmale: Dieser rostrote Edelfalter (Nymphalidae) kann eine Flügelspannweite von bis zu 55mm erreichen. Auffällig und namensgebend sind die vier blau, schwarz und gelblich gefärbten Augenflecken auf der Oberseite einer jeden Flügelspitze. Dabei unterscheiden sich die Muster auf den Vorderflügeln durch einen dunkelroten Fleck in der Mitte und schwarze und weiß gelbliche Flecken am Flügelrand zur Körpermitte hin. Die leicht gezackten Flügel besitzen einen diffusen graubraunen Rand. Die Hinterflügel besitzen im inneren des Augenflecks eine cyanblaue Zeichnung, dessen Form an einen Fingerabdruck erinnert. Im Gegensatz dazu stehen die einheitlich dunkelgrau und schwarz marmorierten Flügelunterseiten des Tagpfauenauges.
Die hellgrünen rundlichen Eier mit ihren weißen Längsrippen ähneln denen des Admirals und des C-Falters. Im Laufe ihrer Entwicklung färben sich die Eier schwarz. Die durchgehend schwarze Raupe wird bis zu 42mm lang. Neben den über den gesamten Körper verteilten weißen Punkten besitzen sie schwarze Dornen.

Stürzpuppe des Tagpfauenauges

Lebensraum: Bis auf die nördlichsten Breiten Europas, Teile der Iberischen Halbinsel und Griechenland sind diese Schmetterlinge in ganz Europa verbreitet. Auch in Asien bis nach Japan kann man sie finden. Dabei sind sie neben ihrer weiten Verbreitung auch häufig anzutreffen. In Mitteleuropa zählt er zu den verbreitetsten und unverwechselbaren Schmetterlingen. Der Falter besiedelt dabei unterschiedlichste Lebensräume. Man entdeckt ihn auf nährstoffarmen lichten Waldwiesen ebenso wie auf intensiv bewirtschafteten Wiesen. Aber auch im urbanen Bereich in Gärten und Parks lässt er sich beobachten.

Lebensweise: Das Tagpfauenauge fliegt alljährlich in zwei Generationen, wobei die erste von Juni bis August zu sehen ist und die zweite von August bis Oktober in Erscheinung tritt. Dabei kann die erste Generation je nach Witterung eine Sommerpause zur Entwicklungsverzögerung von Juli bis Oktober einhalten. Sie gehören zu den sechs heimischen Arten die als Falter überwintern. Dabei suchen sie u.a. Schutz in Schuppen und Scheunen, bevor sie erstmals von März bis Mai beobachtet werden. Für ihre Eigelege suchen die Falter bevorzugt feuchte und schattige Standorte mit ausreichender Nahrungssicherung für ihre Raupen auf. In ihrer Gestalt und Anzahl (50-70) ähnelt die Eiablage stark denen des Kleinen Fuchses. Auf der Unterseite von Brennnesselblättern kommt es bei der zweiten Generation auch zu kollektiven Brutstätten mehrerer Weibchen. Die Raupen von Nymphalis io schlüpfen nach spätestens zwölf Tagen. In ihrem etwa vier Wochen andauernden Zyklus durchlaufen die Raupen insgesamt fünf Häutungen, wobei sie zunächst in Gruppen leben und sich erst später vereinzeln. An möglichst dunklen Orten verpuppen sich die Raupen zu blassgrünen Stürzpuppen mit einer Vielzahl von Dornen. Bis der Edelfalter seine alte Haut abstreift vergehen bis zu drei Wochen.

Tagpfauenauge als unverwechselbarer Falter

Nahrung: Die Raupen des Tagpfauenauges benötigen wie auch Zitronenfalter und C-Falter die Große Brennnessel (Urtica dioica) als Futterpflanze. Die Imagines favorisieren im Frühjahr die Blüten von Weiden (Salix spec.) und Gewöhnlichem Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia). Im weiteren Verlauf des Jahres sind Wiesenklee (Trifolium pratense), Luzerne (Medicago sativa), Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) und Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) von starkem Interesse.

Besonderheiten: Im Gegensatz zu vielen anderen Tagfaltern profitiert das Tagpfauenauge von der agrarindustriellen Einbringung von Nährstoffen. Durch den vermehrten Stickstoffeintrag gedeihen Brennnesseln hervorragend, was wiederum den Raupen als Futterpflanzen zu Gute kommt.

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
Zwei Eier des Zitronenfalters an der Knospe eines Faulbaums (Frangula alnus)

Merkmale: Der zu den Weißlingen (Pieridae) gehörende Tagfalter erreicht in seinem Imagostadium eine Flügelspannweite von maximal 55mm. Aufgrund seiner eindrucksvollen zitronengelben Färbung der Vorder- und Hinterflügel ist der Falter leicht zu identifizieren. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Männchen der Art. Die Weibchen besitzen eine blass grünlich- weiße Färbung. Diese äußeren Unterschiede von Männchen und Weibchen nennt man Geschlechtsdimorphismus. Charakteristisch für den Zitronenfalter sind die deutlich zugespitzten Flügelenden (Gonepteryx = Eckflügler) aller vier Flügel mit den deutlich sichtbaren Flügeladern. Gemein sind ihnen ein orangefarbener Fleck auf den Flügeloberseiten und ein brauner Fleck auf den Flügelunterseiten.
Die tönnchenförmigen Eier des Zitronenfalters sind grün, gelb bis gelblich braun gefärbt und werden einzeln, paarweise oder in Gruppen abgelegt. Die Raupen besitzen eine mattgrüne Färbung, welche zu den Seiten eine schwächere Ausprägung erfährt. Um sich vor Feinden zu tarnen haben die Raupen weiße Längsstreifen an den Rändern ihrer Körper. Die Zitonenfalterraupen finden sich typischerweise in der Blattmitte.

Raupe des Zitronenfalters kurz vor der Verpuppung zur Gürtelpuppe

Lebensraum: Den Zitronenfalter kann man fast auf dem gesamten europäischen Kontinent finden. Seine Verbreitungsgrenzen reichen vom Nordwesten Afrikas, dem Norden Englands und Skandinaviens bis in die Türkei und Mongolei. Dabei kann er hinsichtlich seiner Lebensräume als Generalist geführt werden. Egal ob feuchte oder trockene, grasbewachsene oder felsige, waldige oder offene Gebiete, Gonepteryx rhamni kann überall dort auftauchen wo es ausreichende Sonnenstrahlung und Nahrung zu finden gibt. Besonders die Männchen kann man bei Erkundungsflügen auch in städtischen Bereichen antreffen. 

Lebensweise: Durch im Körper eingelagertes Glycerin kann der Zitronenfalter Temperaturen von bis zu -20°C überstehen. Theoretisch kann man sie das ganze Jahr über beobachten. Somit ist der Zitronenfalter, mit einer Lebensdauer von bis zu zwölf Monaten, der Schmetterling mit der höchsten Lebenserwartung überhaupt in Mitteleuropa. Ein geschütztes Versteck, wie z.B. beim Kleinen Fuchs, ist durch diese Anpassung nicht nötig, da er direkt in der Vegetation unter Zwergsträuchern oder Brombeerhecken überwintern kann. Er gehört zu den sechs heimischen Arten die als Falter überwintern. Die überwinterten Weibchen positionieren ab März/April bis zu 100 Eier in die unmittelbare Nähe zu den sich öffnenden Knospen ihrer Futterpflanzen – Faulbaum (Frangula anus) oder Kreuzdorn (Rhamus catharticus). Die Nahrungspflanze der Raupe trägt der Tagfalter auch im Namen (Rhamnus = Kreuzdorngewächse). Die entstandenen Raupen schlüpfen nach etwa sechs Tagen. Diese Generation von Raupen lebt von Mai bis Juni und entwickelt sich daraufhin zur Gürtelpuppe. Nach einer zweiwöchigen Puppenruhe schlüpft der fertige Falter ab Ende Juni. Ihr Sonnenbad genießen sie im Gegensatz zu anderen Falterarten mit geschlossenen Flügeln. Dabei richten sie eine Flügelunterseite senkrecht zur einfallenden Sonnenstrahlung aus.

Männlicher Zitronenfalter bei der Überwinterung als Imago

Nahrung: Die Imagines des Zitronenfalters sind im Gegensatz zu ihren Raupen nicht so wählerisch bei ihrer Nahrungsquelle. Die Falter haben jedoch eine ausgemachte Schwäche für rotviolette Blüten.  Seidelbastgewächse (Daphne spec.), Lerchensporne (Corydalis spec.), Lungenkräuter (Pulmonaria spec.) Blutweideriche (Lhytrum spec.) Sumpf- (Cirsium palustre) und Ackerkratzdisteln (Cirsium arvense) sind hier zu nennen.

Besonderheiten: Der Zitronenfalter war das Insekt des Jahres 2002. Die Weibchen können auf den ersten Blick mit dem Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) verwechselt werden. Zitronenfalter gelten durch ihre ausdauernde Lebensform als Frühlingsboten, dabei reichen manch wärmere Tage im Februar aus, um sie für kurze Zeit aktiv werden zu lassen.

Phänogramm Zitronenfalter: Dargestellt sind die Zeiträume in denen die unterschiedlichen Phasen in Deutschland auftreten können

Schmetterling des Jahres

Den Schmetterling des Jahres ruft die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen alljährlich seit dem Jahr 2003 aus. Damit soll neben der Faszination für die Schmetterlinge (Lepidoptera), auch auf die Gefährdung durch Intensivierung der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Rückgang natürlicher Lebensräume hingewiesen werden. Diese vielfältigen und teilweise hochspezialisierten Insekten sind in Deutschland mit etwa 3750 Arten vertreten.     

Schmetterling des Jahres 2017: Die Goldene Acht

Schmetterling des Jahres 2017: Die Goldene Acht (Colias hyale)

Neben der Bezeichnung Goldene Acht kennt man den Wanderfalter auch unter dem Namen Posthörnchen, Weißklee-Gelbling, Gelber Heufalter oder ehemals als Schwefelfalter. Er gehört zur Familie der Weißlinge (Pieridae). Ihr Verbreitungsgebiet finden die Falter (Imagines) von der Iberischen Halbinsel bis Nordchina. Dabei meidet er allerdings allzu heiße Gebiete, weshalb er weder im mediterranen Klima des Mittelmeeres noch in Südasien beheimatet ist. In nördlicheren Gefilden wie Norddeutschland und den Niederlanden kann man sie nicht in jedem Jahr antreffen. Die Falter legen nicht selten mehrer hundert Kilometer zurück und gelangen dadurch auch in sonst nicht heimische Regionen wie England und Südskandinavien.  

In seinen weitreichenden Verbreitungsgrenzen des eurasischen Raums treten über 100 Variationen von Colias hyale auf. Die Goldene Acht fliegt über offenem Gelände, insbesondere über Wiesen, Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und Mager- und Trockenrasen. 

Acker Witwenblume (Knautia_arvensis) mit nektarsammelnden Waldhummel (Bombus sylvarum)

Die Flügelspannweite der gelben männlichen Falter kann 35-40mm und die der gelb-weißen Weibchen 38-42mm betragen. An den Flügelspitzen besitzen beide Geschlechter eine schwarze  bis dunkelbraune Randbinde. Diese ist dabei auf den Hinterflügeln schmaler ausgebildet. Charakteristisch für die Goldene Acht sind die schwarzen Punkte auf den Vorderflügeln. Dabei unterscheiden sich die Männchen durch einen orangefarbenen Fleck mit rotem Rand auf der Oberseite der Hinterflügel. Auf der Unterseite ist dieser Fleck heller und deutlicher rot umrandet. Dieser kann zweigeteilt sein und dadurch einer Acht ähneln.

Die Falter fliegen in zwei Generationen von Mai/ Juni und August/September, bzw. drei Generationen von Mai bis in den Oktober hinein. Im Sommer werden bevorzugt violette Blüten (Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) und Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)) und im Herbst verstärkt gelbe Blüten (Doldiges Habichtskraut und Luzerne) angeflogen. Die Eier werden auf Wiesen, Weiden, Brachen und Magerrasen (besonders auf Wacholderheide) abgelegt. Die Weibchen legen dabei bis zu 90  flaschenförmige, weißlich bis gelbbraune gestreifte Eier, aus denen sich in den Sommermonaten samtartige grüne Raupen mit dünnen gelblichen Linien und orange-bräunlichen Strichen an den Seiten entwickeln. In dieser Entwicklungsstufe ernähren sich die Raupen von Klee- und Wickenarten und Luzerne. Da Luzerne und Klee zusehends seltener als Gründünger zum Einsatz kommen, mangelt es oftmals an dieser essentiellen Nahrungsquelle. Die Raupen benötigen jedoch naturnahe blütenreiche Wiesen und Weiden um ihr Überleben zu sichern.

Binnen drei Wochen verpuppen sich die Raupen zu Gürtelpuppen, dieses Stadium dauert etwa eine Woche. Die Goldene Acht weist durch ihre vielzähligen Namen auf eine ehemals hohe Abundanz hin. Mittlerweile ist dieser heimische Wanderfalter jedoch in einigen Bundesländern auf der Roten Liste zu finden. Bei den ausgewachsenen Faltern besteht Verwechslungsgefahr mit den Schmetterlingen der Art Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis).

Phänogramm Goldene Acht: Dargestellt sind die Zeiträume in denen die unterschiedlichen Phasen in Deutschland auftreten können
Schmetterling des Jahres 2016: Der Stachelbeerspanner

Schmetterling des Jahres 2016: Der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata)

© L. Hlásek

Der Stachelbeerspanner wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Nordrhein-Westfalen, und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen als Schmetterling des Jahres 2016 bestimmt. Es handelt sich hierbei um einen Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 4 Zentimetern. Sowohl der Falter als auch die Raupe weisen eine auffällige Färbung auf, die ein deutlich sichtbares Warnzeichen für seine Feinde ist, ihn nicht zu fressen.

© M. Finkel

Der früher auch in Wohngebieten verbreitete Stachelbeer-Spanner gilt heute leider bundesweit als gefährdet. Aus diesem Grund wurde er in die Rote Liste der bedrohten Arten aufgenommen. Gründe für sein Ausbleiben sind die intensiv betriebene Forstwirtschaft, der Rückgang von flussbegleitenden Wäldern sowie die zunehmende Tendenz zu sterilen Gärten mit einer geringen Artenvielfalt an einheimischen Pflanzen. Lichte und strukturreiche Wälder, wie sie der Nachtfalter braucht, werden durch Monokulturen aus Fichten, Douglasien und Kiefern verdrängt. Zudem fallen Auwälder Flussbegradigungen, landwirtschaftlicher Nutzung und Überbauung zum Opfer.

© P. Buchner

Johannisbeeren und Stachelbeeren - die bevorzugten Futterpflanzen des Falters - finden sich kaum mehr in unseren Wäldern und sind auch immer seltener in Gärten anzutreffen. Hier werden zudem viel zu oft synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die Schädlinge und Nützlinge gleichermaßen versehren. Zudem schaden Pestizide auch Pflanzen und Böden sowie Oberflächen- und Grundwasser, die zuletzt auch in unsere Nahrungsmittel gelangen und uns Menschen gefährden.

Durch das Anpflanzen von Beerenobst kann jeder etwas für den Stachelbeer-Spinner und eine Reihe weiterer Schmetterlinge tun. Selbst angebautes Obst und Gemüse schmecken zudem besonders lecker.

Gefährdung & Schutz

Segelfalter (Iphiclides podalirius) in Deutschland stark gefährdet

Die faszinierende Artenvielfalt von Schmetterlingen und dessen Situation führen unweigerlich zur Auseinandersetzung mit dessen Gefährdung und Schutz.

Der Erhalt unserer heimischen Schuppenflügler lässt sich, ähnlich wie der unserer Wild-und Honigbienen, auch in kleinem Maßstab gestalten. Viele Bienen- und Schmetterlingsarten haben nämlich die selben Futterpflanzen. Kugeldistel (Echinops ritro), Lavendel (Lavandula angustifolia), Lungenkraut (Pulmonaria spec.), Salbei (Salvia spec.), Schleifenblume (Iberis sempervirens) und Weidenröschen (Epilobium angustifolium) sind nur ein paar Beispiele für begehrte Nahrungsquellen.

Daher kann jede noch so kleine Blühfläche einen wertvollen Beitrag leisten. Mehr Wildnis wagen, nicht düngen, nicht spritzen, insektenfreundlich Gärtnern und miteinander kommunizieren sind kleine Anstöße die einen großen Unterschied bewirken können, wenn es um den Schutz der biologischen Vielfalt geht.

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