Hummeln

Die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) ist die Wildbiene des Jahres 2016

Auch Hummeln sind Wildbienen

Hummeln auf Diestel
Hummeln auf einer Distelblüte

Hummeln bilden Staaten aus 50 bis 600 Individuen. Ein Bienenvolk besteht, wie bei den Honigbienen, aus Arbeiterinnen, Drohnen und einer Königin. In Deutschland sind 41 Arten heimisch, davon kommen 7 Hummelarten relativ häufig vor. Interessanteweise gibt es auch sogenannte Schmarotzerhummeln, die keine Völker bilden. Statt dessen legen sie ihre Eier in bestehende Hummelvölker und  lassen sie dort fremd ausbrüten. Ein Hummelvolk lebt bei uns einen Sommer und stirbt im Herbst. Die befruchteten Königinnen überwintern und beginnen im zeitigen Frühjahr mit der Nestanlage und dem Aufbau eines neuen Volkes.

Wiesenhummel

Was den Blütenbesuch betrifft, so gehören Hummeln grundsätzlich zu den Generalisten, die zur Aufnahme von Nektar und Pollen die Blüten vieler unterschiedlicher Pflanzen besuchen können. Die einzelnen Tiere entwickeln jedoch im Lauf ihres Lebens durchaus Spezialisierungen. So probieren sie zunächst viele verschiedene Blütentypen aus, konzentrieren sich aber letztlich auf einige wenige Pflanzen, die ihnen besonders liegen. Dabei spielen Körpergröße und Rüssellänge eine wichtige Rolle. Da diese Faktoren schon bei Hummeln des gleichen Volkes variieren, findet man auch bei „Geschwistern“ unterschiedliche Vorlieben beim Blütenbesuch. Diese Präferenzen können sich aber in Abhängigkeit vom Ertrag auch wieder ändern.

Vier Tipps zum Schutz von Hummeln

Schon seit den 1980er Jahren werden einige Hummelarten, insbesondere Erdhummeln, gezüchtet und zur Bestäubung von Tomaten, Paprika, Auberginen, Melonen, Zucchini, Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren in Gewächshäusern eingesetzt. Hummeln besitzen dabei einige nützliche Eigenschaften: Sie sind schon bei 0° Celsius und bei einer geringen Lichtintensität aktiv. Außerdem stechen sie auch beim versehentlichen Quetschen seltener als Honigbienen. Und wenn sie ausreichend Zuckerwasser zur Verfügung haben, sind sie standorttreu. Der Einsatz von Erdhummeln erhöht sowohl den Ertrag als auch die gleichmäßige Fruchtausbildung und ersetzt bei einigen Pflanzen (z.B. Tomaten) das ansonsten übliche und sehr (zeit-)aufwändige mechanisch-händische Bestäuben.

Ein Schema zur Unterscheidung von Hummeln findet sich hier:
Zeichnungsmuster häufiger Hummelarten des Siedlungsbereichs

Auf wildbienen.de gibt es eine interessante Seite mit eindrucksvollen Fotos und interessanten Hinweisen zur Unterscheidung von Wildbienen von Wespen und Schwebfliegen.
http://www.wildbienen.de/huarten.htm

Ein Interview über den Hummelschutz mit dem bekannten Berliner Bienenforscher und Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=60457

Und sie fliegen doch!

Hummel im Flug
Erdhummel im Anflug auf eine Akelei (© Maria-P Fotolia 2547261)

„Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Doch die Hummel weiß das nicht und fliegt trotzdem."

Diese Geschichte entstand wahrscheinlich zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des Physikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen. Die Presse sorgte dafür, dass sie sich weiter verbreitete. (Wikipedia).

Richtig ist, dass das Gelenk die Hummelflügel wie bei vielen Insekten aus einem extrem elastischen Eiweißmolekül, dem Resilin, bestehen. Durch die Biegsamkeit und die schnelle Flügelbewegung - mehr als 100 Mal pro Sekunde - werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb und Vorschub ermöglichen. Daher können die Tiere schnell auf Änderungen im Luftstrom reagieren und müssen so auch bei stürmischem Wetter nicht mehr Energie für den Auftrieb aufwenden als bei schwachem Wind. 

Hummeln - Bienen im Pelz
(Eine Universum-Dokumentation von Dr. Kurt Mündl (unvollständig))