Tipps bei Insektenstichen und Zeckenbissen

Diese Broschüre haben wir gemeinsam mit der Asklepios Klinik Hamburg herausgegeben

 

Einstich lokalisieren und Ursache herausfinden

Versuchen Sie den Einstich oder Biss auf der Haut zu lokalisieren und den Übeltäter zu identifizieren. War es ein Insekt oder eine Zecke, das bzw. die gestochen bzw. gebissen hat. Diese Information kann später bei der Behandlung helfen. Auch können Sie daraus zukünftig leichter vorbeugende Maßnahmen ableiten.

Nicht kratzen oder herumdrücken

Bei einem Stich oder Biss können verschiedene Symptome auftreten: an der verletzten Stelle tritt eine Rötung, ein Juckreiz oder / und eine Entzündung auf. Versuchen Sie deshalb nicht zu kratzen und das Gift herauszudrücken, denn die Gefahr für nachfolgende Infektionen erhöht sich sonst.

Stachel oder Zecke entfernen

Honigbienen verlieren im Gegensatz zu Wespen oder Hummeln beim Stechen ihren Stachel. Aus ihm kann auch weiterhin Gift in den Einstich gelangen. Versuchen Sie deshalb – wenn noch vorhanden – den Stachel vorsichtig zu entfernen. Auch Zecken, die zu den Spinnentieren gehören, beißen sich gelegentlich so in der Haut fest, dass sie herausgezogen werden sollten. Verwenden Sie eine Pinzette, die Sie direkt hinter dem Kopf ansetzen. Ziehen Sie vorsichtig die Zecke gerade heraus. Bei einem Zeckenbiss besteht das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern wie Borrelien. Beobachten Sie die Bissstelle mehrere Tage und suchen Sie bei starker Rötung einen Arzt auf.

Kühlen hilft

Die entsprechende Stelle des Einstiches sollten Sie schnell kühlen. Dazu eignen sich kaltes Wasser, nasse Umschläge oder ein Kältekissen aus dem Kühlschrank. Damit helfen Sie, mögliche Entzündungen zu lindern oder Schwellungen einzudämmen. Auch antiallergische und abschwellende Salben helfen, den Juckreiz zu reduzieren.

Maßnahmen bei starken allergischen Reaktionen

Wenn Sie zu den ca. 10 Prozent der Personen in Deutschland gehören, die allergisch auf Insektengifte reagieren, sollten Sie ein Notfall-Set bei sich tragen. Dieses beinhaltet verschiedene Medikamente, meist sogenannte Antihistaminika, die Sie nach dem Stich einnehmen können. Bei schweren Anzeichen nach einem Insektenstich wie Übelkeit, Schwindel oder Atemnot sollten Sie unverzüglich die Notfallmedizin verständigen. So kann im Akutfall der anaphylaktischen Schock behandelt und Ihnen effektiv geholfen werden.

Vorsichtsmaßnahmen treffen

Insekten und Zecken sind insbesondere in der warmen Jahreszeit aktiv. Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Freien Ihren Körper gründlich ab und unterstützen Sie ihre Kinder dabei, dies ebenfalls zu tun. Dazu kann eine spielerische Vorgehensweise helfen. Suchen Sie lieber einmal mehr ihren Körper ab als einmal zu wenig. Wenn Sie durch höheres Gras, über Wiesen oder durchs Unterholz gehen, sollten Sie glatte, langärmelige Kleidung tragen. Meiden Sie in der Mückenhochsaison Badeseen.

Allgemeines

Generell geht von Bienen keine ernstzunehmende Gefahr aus. Nach einer Statistik aus den USA von 1986 lassen sich 0,0008 % aller Todesfälle auf Bienenstiche zurückführen.

Etwas anschaulicher bedeutet das:

  • Doppelt so häufig werden Menschen durch Blitzschlag,
  • 5 mal häufiger durch Hundebisse oder Stürze vom Pferd

und

  • 2750 mal häufiger durch Verkehrsunfälle

getötet.

Im direkten zahlenmäßigen Vergleich bedeutet dies, dass ein Hund mehr als 100.000mal lebensgefährlicher ist als eine Biene. Für die Bundesrepublik Deutschland liegen keine Schätzungen der Zahl der Todesfälle durch Bienenstiche vor. Bei insgesamt 7.758.749 Todesfällen im Zeitraum von 1980 bis 1990 besteht bei insgesamt 135 Fällen ein Zusammenhang mit Bienen-, Wespen- und Hornissenstichen. Daraus errechnet sich eine Mortalität von 0,00017%. Die Zahl liegt damit etwa 5 mal niedriger als die Zahl der nur durch Bienenstiche getöteten Menschen in den USA. Dies ist vielleicht auch als Resultat des Bemühens vieler Imker um die Zucht einer sanftmütigen Biene zu werten. Setzt man die Zahl der durch Insektenstiche getöteten Menschen in Beziehung zur Zahl der durch Allergie gefährdeten Menschen, ergibt sich, dass jährlich 0,0000004% der Gefährdeten tatsächlich durch Insektenstiche sterben (Zummenfassung von Marco Warstat, Imkerverein Büchertal).

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.